Aufsatz 
Abriß einer Einleitung in das Neue Testament / Friedrich Zimmer
Entstehung
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gemicht war gegen die, von der jldiſchen und urchriſlichen Wert⸗ haltung des Alten Teſtamentes ſeit Bildung des Neuteſtament⸗ üchen Kanons gemeinhin auch auf dieſen übertragene mechaniſch⸗ äußerliche Inſpirationslehre.

§ 11. Gteformatoriſches Schriftprinzip.) Die Reſe mation, herausgeboren aus dem durch die Schift geſtillen Heils⸗ verlangen gegenüber einer auf die kirhliche Tradition ſich be⸗ rufenden goltvergeſſenen Kirihlichket, eroberte für das Schrift⸗ verſtändnis die Freiheit von der Tradition. Poſtti fand ſie ihr Formalprinzip in dem Worte Gaktes, das ſie urſprünglich mit ihrem Materialprinzip, der Rechtfertigung aus Glauben, ſchon ſehr bald aber mit der Bibel identffzierte, lezteres in Kontinnität mit der geſchichtlichen Eutwickelung, anſcheinend ihrem eigenen Urſprunge entſprechend und im Kampfe der Selbſibehauptung gegen Papſttum und myſtiſche Nichtungen.

§ 12.(Kritit des Kanons im 16.u. 17. Jahrhundert.) Von dem reſormatoriſchen Schiftprinzipe aus übten die deutſchen Reformatoren, beſonders Luther, eine weitgehende Kritik des Kanons, die aber bleibende Neſultate nur auf Altteſtamentlichem Gebiete hinterlaſſen hat. Auf Neuteſtamentlichem Gebiete ſind ihre Spuren die Neihenfolge der Neuteſtamentlichen Scriſten in der deutſchen Bibel und der Mangel einer Aufzählung der kano niſchen Schriften in den ſymboliſchen Bächern der Lutheraner. Ein erweiterter, mehr hiſtoriſch gefaßter Begriff der Kanonizität machte es Calvin und ſeinen Anhüngern möglich, den überlieſerten Kanon beſtehen zu laſſen. Wenn letteren die römiſche Kirche auf dem Trienter Konzil in der hergebrachten Vulgataüberſehung zu einer alle Krittt ausſchließenden Norm erhob, ſo kamen auch die Proteſtanten beider Konfeſſionen ſehr bald auf diegleiche Gebunden⸗ teit hinaus, ja, ſie mechaniſierten die Inſpirationslehre nur noch mehr. Krilik des Kanons übten allein nochh die Arminianer.

§ 13.(Exegeſe der Reformationszeit.) Die kurz vor der Reformalion eine mehr hiſloriſche Schriftauslegung anbahnende Einwirkung der jüdiſchen und der humaniſtiſchen Renaiſſance konnte ihrer Natur und ihrem geſchichlichen Ziſammenhange