teſtamentlichen Exegeſe und Kritik aufſtellende Methodenlehre
endlich hat dem Objekt entſprechend die Textkritif, die Textaus⸗ legung und die Kritik des Kanons zu behandeln.
II. Geſchichte der neuteſlmentlichen Eregeſe und Arilik und ihrer Cheorie.
4. Elnfänge) Erſt mit dem Vorhandenſein eines— wenn auch noch im Fluß befindlichen— Neuteſtamentlichen Kanons nach der Mitte des zweiten Jahrhunderts wurde eine Neuteſtament. liche Eregeſe und Kritik möglich. Die älteſte Neuteſtamentliche Eregeſe ging aus von der Praxis und den Grundſäten der herrſchenden Altteſtcmentlichen Exegeſe. Dieſen beiden gemäß forſchte mit den Häretikern auch die Kirche nach einem zweiten, tieferen(allegoriſchen oder myſtiſchen) Scriftſinn und erhob im Gegenſat gegen die Häretiter nur noch die dogmatiſche Forderung der bereinſtimmung mit dem allgemeinen kirchlichen Glaubens⸗ bewußtſein(päter analogia fidei genannt).
§ 5.(Drigeneg.) Der Knotenpunkt der weiteren Ent⸗ wickiung, die bisherige Praris pflegend, begrindend und fort⸗ bildend und für die folgenden Jahrhunderte tonangebend nicht bloß im Morgenlande war Origenes, der den Schriſtorganismus dem menſchlichen Organismus verglich und ſo, Leib, Seele und Geiſt entſprechend, Wortfinn(ꝛd aweeran, 16 un6e u. dg0), moraliſchen Sinn(h„eweroloyia) und moſtiſcen Sinn(ai cndeerre, I daiu-cic, Gnuyih. dechreuce, znner-ueran) 30171wis) unterſchied.
§ 6.(Dogmatiſches Materialprinzip.) Im Abend⸗ lande wurde zur ſelben Jeit der Kampf gegen den Gnoſtiziemus die Veranlaſſung, zwar nicht die allegoriſche Eregeſe zu ver⸗ drängen, aber durch ihre ückſictsloſe Buugung unter die analogia ldei in kirchliche Bahnen einzudämmen(Jrenäus, Tertullan). Materialprinzip der Eregeſe wurde ſo die traditionelle Kirch lehre; an der Methode der Schrifterklärung wurde dadurch nichts geändert.


