Aufsatz 
Lucian in der Literatur und Kunst der Renaissance / von Paul Schulze
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dessen olympischer Zeus, dessen lemnische Minerva und auf den Speer sich stützende Amazone (vgl. EouiN.; 8, Die:(d 4, pro imag. c. 14, Gall. ec. 24) ihm ebenso bekannt sind, wie seines in den Gärten zu Amen befindliche Aphrodite(vgl. Jup. trag. c. 7, Imag. ce. 4: av Axayevovs nAaouarwrv); er feiert nicht bloß den Polyklet wegen seiner c. 8), seines Diadumenos(Philops. c. 18) und seines Doryphoros, der als Muster der Proportionen des menschlichen Körpers galt(de salt. c. 75), oder den Praxiteles wegen seiner knidischen Aphrodite(Imag. c. 4, Jup. trag. ce. 10) und seines thespischen Eros(Amor. c. 11), nein, selbst Künstler der archaischen Zeit, wie Hegesias, der athenische Krzgießer, Kritios und Nesiotes, die Schöpfer der berühmten Gruppe der Tyrannenmörder(Rhet. praec. c. 9, Philops. c. 18), sowie der der Übergangszeit angehörige Calamis, dessen Sosandra, eine der ausgezeich- netsten Frauengestalten des Altertums, zweimal rühmend erwähnt wird(Imag. c. 6, dial. mer. 9,

ec. 2), und der Erzbildner Myron(Philops. c. 18, Gall. c. 24), finden dieser namentlich wegen seines Diskobol bei Lucian die gebührende Würdigung.

Aber auch für die großen Maler der Vorzeit ist unser Schriftsteller voller Anerkennung. Zwei Stellen seiner Schriften sind nach dieser Seite hin von besonderer Wichtigkeit; imZeuxis oder Antiochus nämlich wird erzählt,?%) wie dieser Künstler, auf die alltäglichen Gegenstände der Malerei, Götter, Helden und Schlachten, verzichtend, immer neue und kühne Formen für seine Darstellung zu wählen bemüht war;?) dann heißt es wörtlich:Unter andern Wagestücken dieser Art unternahm er auch die Darstellung einer Centaurim, wie sie eben ein Paar noch ganz kleiner Zwillingscentauren säugt. Es folgt sodann die Bemerkung, daß er selbst eine äußerst sorgfältig gearbeitete Kopie dieses von Sulla entführten und seitdem verlorenen Gemäldes in Athen gesehen habe, und hierauf eine sachkundige Beschreibung desselben, auf die ich unten des näheren eingehen werde. Die zweite Stelle findet sich in denBildern e. 7. Um dem Poly- stratus die überirdische Schönheit der Panthea, der Geliebten des Kaisers Verus, zu veranschau- lichen, läßt Lycinus, unter dessen Pseudonym der Schriftsteller selbst sich birgt, die großen Maler der Vorzeit in die Schilderung ihrer Vorzüge sich gleichsam teilen:Euphranor soll ihr Haar gerade so malen wie das seiner Juno, Polygnotus ihr die schönen Augenbrauen und das sanfte Rot der Wangen geben, die seine Kassandra in der Lesche zu Delphi hat. Derselbe Künstler gebe ihr zum Gewande ein Gewebe so fein, als nur immer möglich, das sich knapp anschließe, wo es erforderlich, im übrigen in weichen Falten hernieder walle; die übrigen unbekleideten Teile male uns Apelles nach dem Muster seiner Pakate und belebe die weiße Haut mit dem durch- schimmernden Rot des Blutes, Aetion aber ziere sie mit den Lippen der Roxane.

Wer solches schreiben konnte, dem müssen die Gemälde der alten Meister lebendig vor Augen gestanden haben, dem mußte das Verständnis für ihre Schönheit voll und ganz aufgegangen sein. Auch des Parrhasius, des großen Rivalen des Zeuxis, gedenkt er zweimal(de merc. cond. c. 42, Imag. c. 3); die Palme in der Malerei aber erkennt er dem Apelles zu, der in seiner Kunst den gleichen Rang einnimmt wie Phidias in der Skulptur(de salt. ec. 35), Nur der Künstler scheint ihm seine hohe Aufgabe ganz zu lösen,der mit dem Richtigen und Gelungenen der Umrisse, mit der Feinheit in Verschmelzung der Farben und der schicklichen Verteilung von Lieht und Schatten das genaue Verhältnis der Teile zu einander und die Harmonie des Ganzen in Einklang zu bringen versteht und dabei auf ein und demselben Bilde die Größe seines Taalentes

25) Vgl. Imag. c. 6: zul 16 sdorakts zal door vis awaßohs apa vis woarögas ete.

26) Vgl. Zeuxis c. 3.

27) Vgl. Plinius, Hist. nat. NXXV e. 17:pinxit et quae pingi non possunt, tonitrua fulgetraque, Bronten, Astrapen, Ceraunobolion appellant.