die nein in heßußter onstien gegen m A neen einer unpragmatischen Histo ographie von der Insel der Seligen im II. Buche seiner“Wahren Geschichten’(AAnSeis ioropiaı) gegeben hat.
Und nun zum Schluß noch eine Bemerkung! Der Einfluß lucianischer Ideen erstreckte sich bis weit hinein in die neuere Literatur. In Frankreich haben, wie wiederum Joh. Rentsch gezeigt hat, vor allem Fontenelle und Boileau an das lucianische Totengespräch angeknüpft, und der gemütvolle F&nelon, in dem ernsten Streben, seinen Zögling, den mutmaßlichen Thron- erben von Frankreich, zu einem sittlichen Charakter heranzubilden, benutzte es zu lehrhaften Zwecken, um demselben eine moralische oder politische Wahrheit zu veranschaulichen.!) Eine fast europäische Berühmtheit aber erlangte das Gespräch, das Voltaire vier der berühmtesten Satiriker aller Zeiten, den Lncian, Erasmus, Rabelais und Dr Swift in den elysischen Gefilden führen läßt und dessen Pointe gegen den katholischen Klerus gerichtet ist.2?)
Unter den deutschen Klassikern ist besonders Wieland, der sachkundige Übersetzer Lucians, wie dies namentlich seine‘Lustreise ins Elysium’, die voller Reminiszenzen ist an Lucians‘Lügenfreund’(BxAowevörs), und seine‘Göttergespräche’ bekunden, in den Bahnen des griechischen Satirikers gewandelt,®®) und es ist wohl kein Fehlgriff, wenn man selbst in einigen . Xenien Schillers und in der recht derben Goetheschen Travestie‘Götter, Helden und Wieland’ Spuren lucianischen Geistes entdeckt hat.
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Wie auf die Literatur der folgenden Jahrhunderte, so hat Lucian anregend gewirkt auch auf die Künstler, inbesondere der Renaissance. War es ihm doch vergönnt gewesen, auf seiner langdauernden Wanderschaft die denkwürdigsten Stätten antiker Kunst, vor allem Olympia, selbst zu besuchen und, wie schon erwähnt, einen Teil seiner reifsten Lebensjahre in Athen zu- zubringen, das damals durch die großartigen Bauten des Herodes Atticus, deren Reste noch heute Bewunderung erregen, neuen Glanz gewonnen hatte. So war er in der Lage, sein Verständnis für die bildende Kunst, das frühzeitig in der Steinmetzwerkstatt seines Oheims geweckt war, in der steten Anschauung edler Kunstwerke zu vertiefen und zu läutern und als ein Meister leben- diger und anschaulicher Schilderung zugleich mustergültige Beschreibungen einzelner Statuen und Gemälde zu liefern, die uns eine deutliche Vorstellung der verlorenen Originale zu geben imstande sind.
Auf diese Seite seiner Begabung hat zuerst H. Blümner?*) aufmerksam gemacht und gezeigt, daß abgesehen von den archäologischen Schriftstellern Plinius und Pausanias kein Autor des Altertums so häufig Bildhauer und Maler aus der Blütezeit der antiken Kunst, und zwar zumeist in Verbindung mit einem ihrer berühmten Werke, erwähnt und kritisiert hat, wie gerade Lucian. Und in der Tat, er spricht seine Bewunderung aus nicht nur für Phidias,
20) Der vollständige Titel lautet:‘de optimo statu rei publicae deque nova insula Utopia’.
21) Vel. seine Dialogues des morts composes pour l’&ducation de Mer. le Duc de Bourgogne, 1710.
22) Vgl. Rentsch, S. 37.
23) Vol. F. Kersten, Wielands Verhältnis zu Lucian, Prog. d. höh. Staatsschule zu Cuxhafen, 1900.
24) Vgl. H. Blümner,“de loeis Luciani ad artem speetantibus’, Inauguraldissert., Berlin 1860, und ‘Archäologische Studien zu Lucian’, Breslau 1867.


