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Anklänge an das griechische Original sind bei dem italienischen Humanis Prolog, der bei Lucian selbstverständlich fehlt, spricht dieser selbst, um Inhalt des Stückes kurz zu orientieren. Wie nun im Ringange des griechischen I auch bei Bojardo der athenische Menschenfeind, der auf freiem Felde mit Graben durch sein ungeberdiges Wesen und sein Schelten auf das Regiment der alten Göt merksamkeit des Zeus, der in dem grimmigen Manne einen Philosophen vermutet. ‘Sind deine Flammen etwa ausgebrannt? Kehrst du der Welt wohl gar den Rücken? Oder Ward die Gerechtigkeit von dir verbannt? so ruft, er grollend dem erstaunten Götterkönig zu. Dieser sendet sodann, nachdem er von Mercurius über Timons herbes Schicksal aufgeklärt ist, den Götterboten in Begleitung des anfangs lebhaft widerstrebenden Plutos zur Erde nieder— bei Bojardo sind es Mercurio und Richezza—, um dem nicht bloß durch eigene Schuld verarmten Athener wieder zu Reichtum und Ansehen zu verhelfen. Aber wie den beiden gottgesandten Retteın bei Lucian die herben Worte Timons entgegentönen:'?)“Wer seid ihr, ihr Verfuchten? In welcher Absicht kommt ihr hierher, einen fleißigen, um Lohn arbeitenden Mann zu belästigen? Wahrlich, nicht ungestraft sollt ihr euch fortmachen, ihr Schändlichen! Denn mit Erdschollen will ich euch werfen und mit Steinen zer- malmen’, so bereitet der Menschenhasser, der, wie bei Lucian, von drei. ernsten Gefährtinnen, der Armut(Ievia), Mühsal(ZZovos) und Weisheit(Zopia), umgeben ist, auch bei Bojardo den beiden Gottheiten einen recht unsanften Empfang, bis er endlich, dort durch des Plutos, hier durch Richezzas Zureden und durch die nachdrückliche Mahnung Merkurs, man dürfe die Gaben der Götter nicht ungestraft verachten, allmählich begütigt, widerstrebenden Herzens nachgibt. In- ‚dessen die durch Auffindung eines im Acker verborgenen Schatzes wiedergewonnene Wohlhaben- heit mildert bei Lucian Timons verbittertes Gemüt nicht, sondern entfremdet ihn den Menschen noch mehr; abgeschlossen von der Welt, will er auch ferner in Einsamkeit leben. Die Worte, welche Lucian ihm gleichsam als Leitmotiv seines ferneren Verhaltens gegen die Menschen in den Mund legt(ec. 42):‘Jeden Menschen zu meiden, keinen. zu kennen, alle zu verachten, die Worte Freundschaft, Gastrecht, Kameradschaft, Mitleid für leeres Geschwätz zu halten 8. W. einsam sei meine Lebensweise wie die der Wölfe, und keiner sei mein Freund als Timon!' waren offenbar das Vorbild für Bojardos Verse, die in Kleins Übersetzung!®) lauten: ‘Mit niemand will ich ferner Umgang pflegen, Mit Fremden nicht noch Freunden und Bekannten, Als Freund soll Timon nur den Timon hegen, Nach menschlichen Gesetzen, nicht nach Rechten Soll zwischen uns sich Einsamkeit nur legen, Als einzig Band sich Mark- und Grenzscheid flechten.
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Verstärkten Haß fühl ich die Brust zerreißen Und grimme Wut in meinem Herzen brennen, Nicht Timon— anders will ich künftig heißen, Will Menschenfeind fortan mich selber nennen.’ Diese letzten Worte klingen fast wie eine Übersetzung des lucianischen: za} dvona ev !orw 6 MioavSpwmos nöıorov,‘mein liebster Name soll Menschenhasser sein’(c. 44).— Auch SEE 18) vgl. Lucians Timon c. 33. 13) Vgl. Klein, Geschichte des Dramas, B. IV: Das italienische Drama, 8. 262,


