Aufsatz 
Quaestiones Aristophaneae
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Die Schulräume entsprechen allen Anforderungen u. hat u. A. in dem vergangenen, sehr heissen Sommer der Hitze wegen nur 1 Unterrichtsstunde ausgesetzt werden müssen.

Der Unterricht begann Freitag d. 21. April und zugleich trat an Stelle der bis- herigen halbjährigen Curse der gesetzliche jährige, so dass in Zukunft nur zu Ostern eine Ver- setzung in die höhere Classe stattfinden kann.

Am 1. Mai trat H. Dr. Curt Rehdantz aus Barby als wissenschaftlicher Hülfslehrer in das Collegium ein u. wurde um dieselbe Zeit H. Dr. Oscar Hartung aus Frose in Anhult, welcher seit dem 1. Februar 1875 eine wissenschaftliche Hülfslehrerstelle verwaltet hatte, zum ordentl. Lehrer ernannt.

Dr. Oscar Hartung, geb. zu Frose in Anhalt am 19. October 1849, besuchte bis Ostern 1871 das Herzogl. PFrancisceum zu Zerbst. Nachdem er daselbst das Abiturientenexamen bestanden, studirte er bis Michaelis 1874 in Halle Philologie. Am 9. November eiusd. a. wurde er auf Grund seiner Inauguraldissertation:de Sallusti epistolis ad Caesarem seneme zum Dr. phil. promovirt u. am I. Februar 1875 als wisseuschaftlicher Hülfslehrer an die hiesige höhere Lechranstalt berufen. Nachdem er alsdann Anfang Murz 1875 sein Examen p. inc. doc. in Halle absolvirt, wurde er mit dem 1. April d. J. als ordentl. Lehrer angestellt.

Am 14. Mai feierten die Lehrer mit ihren Familien und die confirmirten Schüler das heilige Abendmahl in der St. Marienkirche, wobei H. Oberprediger Hesse die Beichtrede zn halten die Güte hatte.

Lehrer und Schüiler hatten sich schon am Abend des 13. Mai in der Aula zu der ernsten Peier vorbereitet und hatte der Religionslehrer H. Oelze die Ansprache gehalton.

Die Püngstferien dauerten vom 4. 7. Juni, doch wurde der Unterricht am 13. d. M. schon wieder unterbrochen, da das Lehrercollegium in Folge der Aufforderung des H. General- superintendent Moeller aus Magdeburg an dem Synodalfestgottesdienst Theil nahm.

Die Hundstagsferien mussten des hier al- Provinzialscl wegen in die Zeit vom 1. 31. Juli gelegt werden. Eine Turnfahrt unternahmen am 26. August die Sextaner, Quintaner u. Quartaner, in Begleitung der H. Dr. Hartung u. Brunotte nach dem Zernitz und Flechtingen. Die Tertianer u. Secundaner, welche unter Führung der H. Maenss u. Dr. Rehdantz Helmstedt besuchten, kehrten erst am folgenden Abend(Sonntag) zurück.

Der 2. September wurde von der Schule durch einen Festactus gefeiert, der sich der Mheilnahme der Königl. u. städtischen Behörden sowie vieler Bewohner der Stadt zu erfreuen hatte. Nach dem gemeinsamen Gesange des alten Lutherliedes declamirten: Ernst(IIIa) Nächt- liche Erscheinung von Speier v. W. Müller; H. Franke(VI.) Belle Alliance v. J. Sturm; Hübner (V) Kommt ein Fuchs zum deutschen Rhein v. H. Kletke; Berg(IIIb) So wird es geschehen von F. Freiligrath; Wachter(IV) Barbarossa von X. Seidel. Diesen Declamationen schloss sich der Vortrag einer eigenen Arbeit über die Schlacht von Sedan durch den Primus scholae Gieseler an. Auf den ZwischengesangDer Gott, der Eisen wachsen liess etc. folgte die Festrede des Dirigenten, der den Tag von Sedan als einen Wendepunkt deutscher Geschichte feierte, da er der Todestag des französischen Uebergewichts und der Geburtstag deutscher Grösse sei. Mit der Mahnung an die Schüler, den Helden von Sedun nachzueifern, verband sich eine Prümien- vertheilung, zu welcher die städtischen Behörden 18 M. bewilligt hatten. Es erhielten geeignete Bücher: F. Gieseler(II), W. Röhr(IIIa), O. Wolft(IIIb), A. Schmidt(IV), O. Lieberoth. (V), G. Dettmer(VI). Der letzte Vers des Eingangsliedes schloss die Feier.

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