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der Schule sich angeschlossen hatten, ging es in fröhlichem Zuge nach dem neuen Schulhause. Die Aula war unterdess von Theilnehmern so dicht besetzt, dass der Festzug nur mit Mühe Platz finden konnte.
Die Feierlichkeit selbst wurde durch den gemeinschaftlichen Gesang des Chorals„Ich will dem Schöpfer Preis u. Dank u. s. w.“ eröffnet. Hierauf nahm H. Bürgermeister Schulze das Wort und übergab, nach einem Rückblicke auf die Entwickelung des hiesigen höheren Schul- wesens seit den Petitionen von 1863 und 1867 und der Begründung der Anstalt Ostern 1872, im Namen der städtischen Behörden dem Dirigenten die Schlüssel zu dem neuen Schulgebäude, zum Zeichen, dass dasselbe hiermit für alle Zeiten in den Besitz und das Eigenthum der Neu- haldenslebener höheren Schule übergangen und eine Stätte der Bildung des Geistes und der Seele, eine Stätte der Wissenschaft geworden sei.
Der Dirigent, welcher sodann die Rednerbühne bestieg, gab zunächst seiner Freude über das erreichte Ziel Ausdruck und sprach den Behörden der Stadt für das eben überwiesene Haus den Dank der Anstalt aus. Zugleich wies er darauf hin, wie die neue Wohnstätte die Lehrenden zu immer ernsterer Arbeit antreiben müsse, um aus dem Unfertigen Fertiges zu machen und schloss mit der Mahnung an die Schüler, durch Fleiss und gute Sitte ihren Dank zu bethätigen, um einst tüchtige Bürger des Staates zu werden.
Zum Schluss nahm der K. Kreisschulinspector H. Sup. Wendenburg, welcher der Ein- ladung des Magistrats Folge zu leisten die Güte gehabt hatte, das Wort, um in Anschluss an den 127. Psalm Gott zu danken für den bisher erwiesenen gnädigen Beistand und den Segen des Herrn auch für die weitere Eutwicklung zu erbitten.
Mit dem letzten Verse des Eröffnungsgesanges endete die einfache und doch so wichtige Feier. Der 20. April 1876 ist ein Markstein in der Entwickelungsgeschichte unserer Anstalt.
Am Nachmittag unternahmen Lehrer und Schüler einen gemeinsamen Spaziergang nach Hundisburg.
Das neue vor dem Bülstringer Thore in freier, schöner Lage errichtet, ist nach den Plänen des H. Rathmann Naumann von hiesigen Gewerken mit einem Kostenaufwande von ungef. 84,000 Mark errichtet worden. Das Gebäude setzt sich aus einem Mittelbau u. 2 Seitenflügeln in einer G là von 119 Fuss zusammen; die Tiefe der Seitenflügel beträgt 72 F., die des Mittelbaus 44 F. Der Mittelbau enthält im Parterre nach der St ite das Directorialzi und das Zimmer für die Sammlungen, nach dem Hofe das Conferenzzimmer und eine Reserveclasse. Im ersten Stocke dieses Mittelbaus liegt die Aula, welche bei 55 F. lichter Länge u. 40 F. lichter Tiefe für etwa 500 Personen Sitz- raum bietet. Die Seitenflügel enthalten im Parterre und im ersten Stock je ein grösseres und ein kleineres Classenzimmer, so dass mit Einschluss des im Mittelbau liegenden Zimmers, im ganzen 9 Classenzimmer vorhanden sind. Im 2. Stock des westlichen Flügels ist die Wohnung des Castell- Die Prii lagen sind rhalb, am Ende des sehr gerüumigen Schulplatzes, angebracht. Die Schulräume werden durch Kachelöfen mit eisernem Kasten und herme- tischem Verschluss erwärmt. Als Mobiliar ist überwiesen, was bisher in den alten Räumen gebraucht wurde, doch haben die städtischen Behörden, auf den Autrag des Berichterstatters, Bänke u. Katheder mit einem einfachen Oelfarbenanstrich versehen lassen.
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