2, Durch 3maligen Gleichklang sind Reihen erheblich seltner verbunden, doch fehlt es keineswegs an Beispielen. Ich zähle deren, die verschiedenen Formen(I, II. III; I, II, IV; I. III, IV; II, III, IV) zusammengerechnet, z. B. 20 in Trist. B. V; Properz über 100.
Doch viel häufiger tritt das eine Homoeoteleuton in die Nebencäsur, so dass der
Zmalige Gleichklang sich minder auffüllig hervordrängt. . 3. Auch vier Homoeoteleuta finden sich nicht selten in einem Distichon. Aber alle 4 von gleichem Ausgange an das Ende der 4 Reihen zu stellen, scheint als Ueberladung vermieden zu sein. Am häufigsten, nämlich etwa 26(wogegen Ovid in den Amoren nur 3) hat Properz, bei welchem sich die Homocoteleuta überhaupt am meisten bemerkbar machen, solche Distichen gebaut,? auch bei ihm sind die 4 gleichen Ausgänge fast ohne Ausnahme durch 2 Substantive mit ihren zugehörigen Adjectiven gebildet. Viel öfter wird der 4malige Gleich- klang dadurch weniger hörbar gemacht, dass das eine Homocoteleuton in die Nel des Hexameters tritt. 5
Jeder Uebelklang wird vermieden, wenn die 4 Homoeoteleuta nicht alle 4 von glei- chem, sondern von paarveis, rschied Ausgange sind. Gewöhnlich correspondirt dann I mit II und III mit IV, aber beide Male sind die Homocoteleuta weit überwiegend von der Art, wie sie sich ungezwungen darbieten, Substantiv mit Adjectiv u. dergl. Solcher Distichen fand ich bei Tibull 20, bei Catull 13, bei Ovid in den Amoren 31, in der Ars 30. Bei Pro- perz lüsst sich gerade hierbei seine zunehmende Vorliebe für Gleichbklänge nachveisen: im I B. fnden sich solcher Distichen 27(unter 353), im II B. 10(unter 177), im III B. 33(unter 504), im IV B. 45(unter 495), im V B. 54(unter 476).
Auch Beispiele von kr i Gleichklange, I mit III, II mit IV giebt es, freilich selten genug(z. B. bei Prop. I, 3,13; III, 18,7; IV, 13,3; V, 9,3); nicht erheblich öfter erscheinen die Gleichklünge in umarmender Form, I mit IV, II mit III(2z. B. bei Prop. I, 4,25; III, 20,9; 24,33; IV. 4,13; V, 1,137; 9.17).
Derselbe kreuzende oder umarmende paarweise Gleichklang kommt häufiger vor, wenn, wie oft geschieht, das eine Paar durch Stellung in der Nebencäsur weniger in’s Ohr fällt.
4. Schliesslich begegnen selbst fünf Homocoteleuta in einem Distichon, aber nur So, dass je 3 und je 2 unter sich gleich klingen. Folgende 3 Beispiele(Art. I, 199, 241, 391) werden das anschaulich machen:
Tu pia tela feras, sceleratas ille sagittas: Stabit pro signis jusque piumque tuis.
Tunc aperit mentes aevo rarissima nostro Simplicitas, artes excutiente deo.
Non avis utiliter viscatis effugit alis: Non bene de laxis cassibus exit aper.
Dies sind einige von den Notizen, welche ich über den Gebrauch der Homoeoteleuta innerhalb der Disticha gesammelt habe. Die Richtigkeit unsrer Theorie einmal zugegeben, wird sich hier noch ein weites Feld für metrische Forschung eröffnen, ein Feld, das seine Prüchte tragen wird nicht bloss für die äussere Form, Interpunktion, Orthographie, Fest- Stellung der Lesart u. s. w., sondern auch für Chronologie und höhere Kritik.*)
*) Ich erinnero hier an das Sehwanken der Handschritton zwischon der Fndung es und is(ci. Prop. III, 31. 48; IV, 16, 17; 17, 5 u. a)) ferger an Tib. I, 1, 34, wo das est am's Ende des Pentameters gohört; fermer


