Aufsatz 
Bemerkungen über den metrischen und rhythmischen Bau, sowie über den Gebrauch der Homoeoteleuta in den Distichen des Catull, Tibull, Properz und Ovid / von Ernst Eichner
Entstehung
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Ende eines der 4 Glieder oder in der Nebencäsur des Hexameters steht. Bisher hat man nur die gleichen Ausgänge im Hexameter oder im Pentameter beachtet und es für einen Zufall angeschen, wenn sich die gleichen Endungen des ersten Verses auch im Pentameter wieder- holten. Dass ich die Theorie der Homocoteleuta erweitere und zugleich auf die Endworte der Reihen oder Halbreihen einschräuke, habe ich dem an die Spitze meiner Bemerkungen gestell- ten Grun von der Einheit des Distichons zu verdanken. Denn ist das Distichon eine 1 1 hh gliedernde, in sich einheitlich abgeschlossene Strophe, warum sollte der Gleich- chen dem 1ten und 2ten, zwischen dem 3ten und 4ten heschränkt bleiben? warum ner der gleiche Ausgung der Nebencisur nur mit der Cäsur oder am Ende des He- xameters hörbar und gesucht erscheinen? So eröffnet sich uns eine viel weitere Perspective möglicher und beabsichtigter oder doch hörbarer Gleichklänge. Jedes der 4 Glieder(kurz be- zeichnet I, II, III, IV) und die Nebencäsur abgekürzt T., H. und B., denn die 4te mög- liche kommt hierbei nicht in Betracht können Zfach, 3fach, 4fach, sogar 5fach unter ein- ander durch gleiche Ausgänge verbunden sein. Schon hier aber und gleichsam a priori dür- fen wir dreierlei als sicher bezeichnen: 1. dass ein fünffacher Gleichklang in dem engen Rah- men des Distichons aufhören würde ein Wohlklang zu sein; 2. dass der Gleichklang in der Nebencäsur nicht eben so stark hervortritt, als an den Ausgängen der Glieder und weniger hörbar ist, wenn der correspondirende gleiche Ausgang weiter absteht; 3. dass es den Dich- tern möglich war, den Gleichklang zu suchen und zugleich unter der Menge verschiedenarti- ger Formen bald mehr bald veniger vernehmbar zu machen, überall aber vor ermüdendem PEinerlei zu bewahren.

Aber nicht bloss das Wo gestattet dem Dichter reichen Wechsel, sondern auch das Wie. Zunächst ist der Gleichklang keineswegs auf die gleichen Ausgänge beschränkt, auch sonstige Gleichklänge oder Anklänge sind zu beachten. Hierher gehören die oft wiederkeh- renden, zur Herbeiführung eines Gleichklanges an's Ende der Reihen oder Halbreihen gestell- ten Worte gleichen Stammes, aber verschiedener Endung; hierher gehören auch die nicht sel- tenen Beispiele von Alliteration, von denen ich, um dem Vorwurfe, zu weit zu gehen, vor- zubeugen, nur solche beifüge, die entweder durch mehr als 2malige Wiederholung oder durch Gleichklang von ¹ einem C. mit zunäck hendem Vocale besonders hör- bar erscheinen: I. und II.: Tib. III, 5,15(cani cabillos), Trist. I, 2,43(peream periclo), Fast. I, 627(Pariter parenti); I. und III.: Epp. ex P. II, 9,37(profugo progenies), Cat. 107,7(vivit vita), Heroid. XIX, 167(tuto tu), Ex P. I. 7,55(fatcor fatis), IV; 6,17(Dotui posibus), Past. II, 805(precibus pretio); I. und Iy.: Her. IX, 5(Juno jugum), Ep. Sapph. 95(sinus sinas), Rem. am. 199(venandi Venus), Fast. III, 127 (denos decem), IV, 821(solidum solo); II. und III.: Prop. II, 4,27(puellas puero), Trist. III, 11,15(cara carco), 12,49(doleo domui); II. und IV.: Art. I, 331(capil- los canes), Trist. III, 3,33(fuisset fugam), Fast. IV, 795(feribant ferunt); III. und II.: Art. I, 650(jubae juvant), Trist. IV, 3,55(memini meam), Lx P. I, 1,34(viro viam), 3,31(misero mihi), Fast. IV, 86(velint Venus). Dreimal alliterirend: Her. XII, 81(I mei, II meorum, III meritis), XIII, 161(II. canis, II capillis, IV caput), Fast. IV, 541(I vident, II vires, IV vigor), Trist. I, 8,7(I flent, II. fleri, IV fides), V, 3,55(T. veterum, I veneror, II virorum). In einem Distichon ist nicht nur am Ende von 3 Reihen und der Halbreihe, sondern auch innerhalb der Reihen 2mal Alliteration:(Trist. III, 4,7)

Wie?