ugung der Worler zu Fussen.
Ueber die Nebencäsur, welche, wenn auch nicht regelmässig, doch gewöhnlich die län- gere Reihe(von 3 ½ Fuss) in 2 Halbreihen theilt, ist schon im ersten Kapitel gesprochen. Nur wo diese Nebencäsur die Hephthemimeres ist, findet in der ersten Halbreihe Steigung statt und der ruhigere Fortgang des Rhythmus begiunt erst in der zweiten Halbreihe. In allen Versen dagegen, welche eine landere oder keine Nebencüsur haben, ist von Anfang an lebhaftes, aber gleichmässiges Fortschreiten der Charakter der Reihe. Daraus ist zunächst die viel strengere Vermeidung von spondeischen Versen in Distichen als in fortlaufenden Hexa- metern zu erklären, darauf lassen sich auch einige andere Beobachtungen zurückführen, die ich über dieses 2te Glied des Distichons gesammelt habe: 1. Die Arsis des 5ten Fusses darf nicht auf die letzte Silbe eines 2- oder 3silbigen Wortes fallen, weil durch die zu starke Be- tonung dieser Silbe der gleichmässige Fluss gestört wird. Die weuigen Abweichungen sind zum grösseren Theile derartig, dass der Arsis eng sich anschliessend eine 2silbige Thesis folgt: so Cat. 68,157(terrm dedit aufert); 999, 3(veniät tibi Dossis), Tib. I. 6,1(offérs mihi vultus), 63(propriös ego tecum); II, 4,45(centüm licet annos), 59(Nem mea vultu); 5,111(versüs mihi nullus); Prop. III, 17,15(conteritür via socco); 19,35(po¹ precor ut me).*) Dass aber auf die Arsis ein mehrsilbiges Wort folge, ist nur bei Eigennamen— Prop. III, 32,33 (referäs Acheloi); Ovid Her. IV, 99(Maenaliä Atalanta), IX, 87(cupressiferô Erymantho), XI, 13(Sithonié Aquiloni); Art II, 185(Nonacrinà Atalanta); III, 13(Talaionias Lriphyles), Fast. II, 43(Naupactoë Acheloo)— oder bei Fremdwörtern gestattet— Cutull 66,11(auctüs hy- menaeo); Prop. IV, 6,49(Oriciä terebintho); V, 7,33(mercéde hyacinthos), Ovid Art. III, 181 (purpureäs amethystos). Ohne solche Entschuldigung habe ich diesen Anstoss nur einmal und zwar bei Catull gefunden(110,3 mentita inim Noch seltner natürlich kann auf jene Arsis ein aus drei lungen Silben bestehendes Wort folgen: ohne Entschuldigung nur 2mal bei Catull— 66,57(famulüm legarat); 65,23(agitür decursu), auch sonst nur 5mal— Orid Her. VIII, 71(Amyclaeé Polluci), IX, 133(insanii Alcidae), 141(letiferö Eueno), Fast. V, 83(caeli- feré Atlante), 87(cupressiferäe Cyllenes). Duraus geht hervor, dass alle übrigen oben aufge- zuhlten spondeischen Hexameter den Vers durch ein aus 4 langen Silben bestehendes Wort
— 2) Aus d. Grunde lässt man die Arsis des 5ten Fusses auch nicht gern auf ein einsilbiges Wort fallen, es sei denn dass dasselbe mit dem nachfolgenden tonlo- sen Wörtchen ganz eng zu verbinden ist: so Cat. 67,43(ut pote); 76,17(Si quibus); 89,1(tam pona); Tib. I, 10,5(ad mala), II, 6,7(hic quoque): Prop. II, 4,1(hei mihi); IV, 10,9(sub juga) 22,31(in caput); Ovid Her. VII, 39(nunc quoque), X, 75(si modo), Art. I, 317(de grege) u. ä. Doch bleiben immer noch manche Beispiele übrig, wo dieser enge Zusammenhang nicht so deutlich hervortritt. Aus Catull habe ich noch 15, aus Tibull ebensoviele, nicht mehr aus Properz und aus Ovid einige dreissig Verse notirt, in denen die Arsis des 5ten Pusses auf ein einsilbiges Wort trifft mit nachfolgendem Zsilbi seltener mit folgendem einsilbigen, noch seltener mit nachfolgenden 2 cinsilbigen Wörtchen. Ganz ungewöhnlich aber ist es, den Aus- gang der Reihe derartig zu zerschneiden, dass der vierte und fünfte Fuss gleichmässig gebil- det sind z. B.(Cat. 67,155) Et tu simul et tua vita.(Aehnlich Cat. 92,1; 100,5; Tib. I, 6,33; 9,11; 21,75; II, 6,27; IV, 5,1; Prop. I, 7,9; 18,15; IV, 3,19; 4,47; Ovid. Fast. VI, 591).— 3) Noch weniger konnte es gefallen, den Fluss des Verses ganz am Ende dadurch zu stören, dass man
* Einmal folgon auf solcho Arsis 2 eiusilbige Wörtchon, von donen jedoch das zweite sich ong an sein nack- tolgendes Nomen lesst: Prop. IV, 1,29(P et in armis).


