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ad 4: Mantua Vergilio] gaudet] Verona Catullo:
Pelignae dicar gloria gentis ego.(Ov. Am. III, 15, 7). Maternis] laudor lacrimis] urbisque querellis(Prop. V, 11, 57). Idque quod ignoti] faciunt] vel dicere saltem
Et vocem populi publicaque ora sequi.
2. Nebencäsur bei der Penthemimeres.
Während die rhythmi- Bed- der Nebencä- im I Gliede darin bestcht, einen Ruhe- und gleichsam Unterstützungspunkt im Drängen und Anstreben nach der Cä- sur zu bilden, so vermittelt die Nebencüsur im II Gliede den Uebergang von dem strengeren Bau der Versmitte zu dem freieren des Endes. Indess ist die Nebencäsur hier viel öfter ver- nachlässigt als in der ersten Hälfte, am häufigsten bei Catull(im 68ten Ged. allein 3mal) und Properz(im V B. allein 9mal.) Selbst bei Ovid sind Hexameter ohne jede solche Neben- cüsur nicht allzu selten, z. B. im I B. Amor. 4, im I. B. Trist. 10, im I B. der Epp. ex P. 12. Am strengsten hat Tibull auch diese Nebencäsur beobachtet: ich habe nur 3 Verse ohne dieselbe gefunden, alle 3 im II B. und zwar so, dass sie durch Elision in den ersten Theil eines zusammgesetzten Wortes trifft(1, 61; 3, 73; 5, 93). Noch weniger selten sind die Verse, in welchen die Nebencäsur zwar vorhanden ist, aber die Halbreihen nicht trennt, sondern durch Elision in die zweite hinüberreicht: so im I B. Amor. 12mal, ebenso oft im I B. Trist., im II B. der Epp. ex L. Smal, in allen 4 sogenannten Nibullianischen Büchern 15mal, dua- gegen im 68 Gedicht des Catull allein 7mal, im II B. des Properz allein 25mal.
Wo sich nun eine reguläre Nebencäsur findet, kann diese dreifach verschieden sein:
1. Sie schliesst sich eng an die I Hälfte des Hexameters an, trifft auf die Arsis des Aten Fusses, hat also steigenden Rhythmus und giebt dem Worte vom Wortaccent abwei- chende Betonung. Am häufigsten bedient sich dieser Nebencisur Ovid, der z. B. unter den ersten 225 Hexametern des I B. Art. etwas über die Hälfte mit dieser Nebencäsur gebaut hat. Auch bei den übrigen Dichtern begegnet die H. lmeres als Neb oft genug.
2. Sie trifft auf die erste Thesis des 4Aten Fusses, gewührt also der ersten Halbreihe keinen festen Abschluss, sondern schwebt zur zweiten hinüber; der Wortaccent trifft mit dem überein. Diese- Nebencäsur zatà scao Soato“ ist zwar bei weitem nicht so häufig wie die erste, aber keineswegs selten. Sehr vereinzelt findet sie sich nur bei Ovid, am öftersten bei Properz.
3. Sie trifft auf das Ende des 4ten PFusses, hat also selbst schon fallenden Rhythmus und die Versbetonung trifft mit der natürlichen des Wortes zusammen. Die Bucolica ist fast ebenso beliebt als die erste— nur bei Tibull seltener—, doch verlangt die strengere Regel, dass der 4te Fuss nicht daktylisch, noch viel weniger auf ein daktylisches Wort, sondern spon- deisch endige. 1
In den nicht seltenen Versen, in denen sich mehrere der genannten Einsclmitte finden,
Das zweite und dritte Beispiel machen die Stollung gemei mdem man das gemeinsame Wort entweder voraustellt und die Sütao folgen lusst(2tes Beispiel), oder das gemeinschaftliche Glied in die Mitte nimmt(Ztes Beispiel). Beides ist gleich häufig.
Dos viorte Beispiel berührt sich nahe mit dem 3ten, nur mit dem Unterschiede, dass das gemeinsame Wort wiederholt ist. Dann ist die angegebene Stellung die gewöhnliche(x. B. Art. I. 63. 118. 195, 211 u. s. w.)


