accentes. Ueberall da, wo sich im Verse der Ton auf die letzte Silbe der Wörter drängt, muss, natürlich ausser in einsilbigen Wörtern, der Versaccent in Widerspruch mit dem Wort- accent gerathen, welcher auf die zweit-, resp. drittletzte Silbe des Wortes fällt. Wo dagegen die Arsis den Anfang oder die Mitte der Wörter trifft, pflegt der Wortaccent mit dem Vers- accent übereinzustimmen. Daraus ergiebt sich folgende, allerdings nur im Allgemeinen geltende
En Hazameter Regel: Im ersten Gliede des Hexameters weicht der Wortaccent, mit Ausnahme des Anfangs- wortes, nothwendig vom Versaccent ab; im zweiten Gliede dagegen trifft die Versbetonung, mit Ausschluss des Anfangs der Reihe, ebenso nothwendig mit der natürlichen Betonung zu- sammen. Hieran wird man einen sicheren Prüfstein haben bei der Beurtheilung unserer Aus- führungen und, wenn sich dieselben im Ganzen als richtig herausstellen, zugleich für die Begut- achtung des Baus einzelner Verse.
Im Penlameter Ganz dasselbe Verhältniss zwischen Wort- und Versaccent herrscht im Allgemeinen auch im Pentameter. Denn in der ersten Hälfte desselben muss, genau entsprechend dem lten Gliede des Hexameters, wenn dieser die Penthemimeres zur Cäsur hat, dasselbe Streben nach der Cäsur hin stattfinden und der Reihe im Allgemeinen aufsteigenden Rhythmus ver- leihen; folglich muss, mit Ausnahme des Anfangswortes, in diesem 3ten Gliede des Distichons der Versaccent von dem Wortaccent abweichen. Das 4te Glied der Strophe ist nicht in der- selben Weise mit dem 3ten zu einer metrischen Einheit verbunden, wie das 1te mit dem 2ten. Wäh- rend nämlich der Hexameter ununterbrochen auf jede Arsis die Thesis folgen lässt, ist im bentameter durch Unterdrückung der Thesis des dritten Fusses der gleichmässig fortschrei- tende Fluss des Verses gestört, die beiden gleichen Hälften desselben stehen sich unvermit- telt und schroff, Arsis an A stossend, gegenüber. In der zweiten Hälfte des Hexameters ging der Rhythmus von dem steigenden vermittelt zu dem fallenden über: im Pentameter tritt der fallende Rhythmus in unvermittelten und bewussten Gegensatz zum igenden der esten Reihe. Der rhythmische Charakter des 4ten Gliedes ist demnach energisches Fallen und der Wortaccent muss mit dem V mit A hme des tes, welches, die Reihe fest und bestimmt abschliessend, den Ton auf der letzten Silbe hat, übereinstimmen.
Nebencäsur. Mit dem letzten Gliede, welches natürlich grammatisch, kaum aber metrisch zu dem ersten Theile des Pentameters in näherer Verbindung steht als zur ganzen Strophe, ist das Distichon in sich abgeschlossen und abgerundet, und auch wir könnten diesen Abschnitt von der Gleichartigkeit und Zusammengehörigkeit der 4 Glieder abschliessen, wenn uns nicht noch eine Frage, die man bei dem Pan aller 4 Reihen aufwerfen kann, in Anspruch nähme, die Prage nach den N äsuren. Für die fü der Wörter zu Füssen hat der Ausgang jedes Wortes, wenn nicht das unmittelbar folgende mit ihm gewissermassen in eines verschmilzt, eine gewisse Bedeutung. Wenn man also nichts weiter unter Neben- cäsur versteht, so muss man consequent, wie G. Hermann that, fast jeden Einschnitt als solche bezeichnen. Uns scheintjedoch, als wenn der Begriff der Cäsur dadurch zu verallgemeinert und fast nichts bedeutend vürde. Von der Bedeutuug und der'Stellung der Cäsur im Verse ausgehend, verlangen wir, dass die Nebencäsur eine ähnliche Stellung und Bedeutung für die Reihe, wie die Hauptcäsur für den Vers habe. Durch den Bau bedingt werdeu wir also von vornherein nur in einer längeren Reihe einen Einschnitt erachten und als Nebencäsur bezeich- nen. Ferner muss der Sinn eine, wenn auch noch so kleine Pause gestatten. Endlich muss eine rhythmische Bedeutung für die Reihe erkennbar sein.
In den kürzeren Gliedern des Distichons, d. h. denen, welche nur 2 ¼ Fuss umfassen,


