liegt es in der Natur der Sache begründet, dass wir vom Hexameter ausgehen und am Schlusse einen vergleichenden Blick auf den Pentameter werfen.
Weil man ihn ununterbrochen ohne Zwang nicht lesen könnte, bedarf der Hexameter wie jeder längere Vers eines Ruhepunktes. Dieser kann den Vers entweder in zwei metrisch
¹ vollständig selbständige Theile sondern— dann wird er am natürlichsten genau in die Mitte fallen—, oder er hat die Aufgabe, die beiden Theile zu einer metrischen Einheit zu verbinden— dann wird er am natürlichsten einen der mittleren Füsse zerschnei- den. Ganz streng genommen verdient nur der Ruhepunkt in letzterem Sinne den Namen Cäsur. Um die einzelnen Versfüsse hervortreten zu lassen und zugleich die Wörter zu Füssen zusammenzufügen, erhebt man eine Silbe durch stärkere Betonung zur Arsis und lüsst diese Arsis nichtsowohl auf den Anfang, als vielmehr in die Mitte oder an das Ende der Wörter fallen, so dass das einzelne Wort nicht den Fuss abschliesst, sondern mit dem vorhergehenden oder folgenden Worte oder mit beiden zu Füssensich zusammenkettet: ganzebenso lässt man, um eine Mehrheit von Füssen, d. i. eine Reihe, mit einer anderen zur Einheit zu verbinden, eine Arsis durch noch stärkere Betonung vor den übrigen hervortreten und wählt dazu eine der mittleren Arsen des Verses, welche an das Ende eines Wortes, aber mitten in einen Versfuss fallend, ebenso dazu dient, die Reihen zu sondern, als zugleich zu verbinden. Diese doppelte Aufgabe kommt natur- gemäss im daktylischen Hexameter der Arsis des 3ten oder 4ten Fusses zu, d. h. die natür- liche Cäsur dieses Verses ist die Penthemimeres oder die Hephthemimeres. Da nun die Cäsur durch ihre besonders energische Betonung, dadurch, dass sie den Hauptictus des Verses hat. den ganzen Vers zur Einheit bindet und gleichsam trägt und hält, so muss sie auf den Vers einen doppelten Einfluss ausüben:
1) In den Füssen, welche vor- und rückwärts der Cäsur am nächsten sind, wird der Bau strenger, die, Verbindung der Wörter zu Füssen enger und fester, am Anfang und am Ende des Verses dagegen, wo die Cäsur nicht so i r einwirkt, zwung⸗ und freier sein.
2) Im ersten Gliede des Verses muss ebenso ein stetig zunehmendes Streben und Drängen nach dem Hauptictus hin stattfinden, wie man in dem einzelnen Versfusse der nach- folgenden Arsis, welche dem Fausse erst Ton und Halt giebt, unwillkürlich zustrebt. Ist dies der in dem Bau des Hexameters begründete Charakterdesersten Gliedes, sowerden wir das Wesen des zweiten Gliedes in einem zunehmenden Losstreben und Abdrängen von dem Zwang und Druck der Cäsur, alsoin demstetig wachsendenStreben nach freiem und ungebundenem Fortschreitenerkennen.
Beide Einflüsse der Cäsur auf den Bau des Hexameters mit einander, in Verbindung gesetzt, ergeben als die rhythmische Bedeutung der Cäsur für die beiden Reihen: In der er- sten Reihe fallen die Arsen mit Ausnahme der ersten nicht auf den Anfang, sondern auf die Mitte oder das Ende der Wörter, ausserdem hat die letzte Arsis der Reihe besonders starke Betonung, so dass schon jetzt der rhythmische Charakter des ersten Gliedes als der zunehmen- der Steigung angenommen verden kann. In der zweiten Reihe kann nur am Anfang, wo die Füsse noch gebunden sind, die Arsis auf das Ende der Wörter fallen, nachher kann sie, ent- sprechond dem Drüngen nach ruhigem und gleichmässigem PFlusse, nur auf den Anfang oder in die Mitte der Wörter fallen, d. h. der Rhythmus in der zweiten Reihe ist vorherrschend der fallende.
Damit löst sich auch eine Frage von selbst, die wichtig genug ist, um mit einigen Worten berührt zu werden, nämlich die Frage nach dem Verhältniss des Wort- und Vers-
Cdäuur.
Natärlicher
Rhubmus der
Keihen.
iyort. und yerzaecent.


