Aufsatz 
Bemerkungen über den metrischen und rhythmischen Bau, sowie über den Gebrauch der Homoeoteleuta in den Distichen des Catull, Tibull, Properz und Ovid / von Ernst Eichner
Entstehung
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Grammatisch.

Dureh männ-

kiche Ceisur.

Einheit der Glieder.

Grammatisch.

29(Musarumi et); 3, 17(equi et); 4, 39(deum et); 7, 23(volo aut); 8, 19(pacem,] hic; 21, 31(annorumi aut); 22, 9(Stabuld et); V, 1, 69(canam net); Ovid Am. I, 6, 57(ferroſque e igni- que); Heroid. VII, 47(odid et); XI, 13 CZephyroqué et); XV, 335(fratresqué et); Art. II, 115 (emperſve hyacinthina) und einige andere. Dazu kommen noch mehrere Hexameter, in denen man über die Cäsur zweifelhaft sein kann: Tibull I, 7, 61; II, 4, 21; Prop. I, 8, 31; 21, 5; II, 1, 23; III, 18, 7; 26, 11; IV, 11, 25; V, 2, 27; 6, 5. Pentameter mit gleicher Preiheit der Elision habe ich nur 21 notirt, von denen 19 auf Catull(67, 44; 68, 10, 56, 82, 90; 71, 6; 73, 6;, 77,4; 87, 4, 8; 88,6; 90,4; 91, 2,10; 95,2; 97, 2; 99,12; 101, 4; 104, 4) und 2 auf Properz fallen(I, 5, 32; IV, 22, 10). Tibull und Ovid haben derartige Verse kaum für zulässig gehalten. Auch grammatisch muss am Ende jeder Reihe eine Pause ma i Die Cäsur darf also nicht zvischen zwei eng zusammengehörige Wörter treffen, wie 2. Praeposition und davon abhängiges Nomen. Ausnahmen sind sechr selten sowohl im Hexameter als im Pentameter(z. B. Catull 111, Properz V, 8, 35), am seltensten wieder bei Tibull und Ovid.

Muss demnach das Gebiet jeder Reihe begrenst und gesondert sein, so suchten die Dichter auch jeder Reihe in sich einen gewissen Halt und Abschluss zu gewähren. Der Ausgang der 3 letz- erste steht dem Dichter frei er, oder weniger bestimmt

energisch und fest mit der Ars durch eine weibliche Cäsur a e Cäsur zarà roiro poxatov, bei den Römern im Ganzen viel seltener im Gebrauch a dei den Griechen, findet sich in den Distichen der 4 elegischen Dichter fast gar nicht, ganz unzweifelhaft nur dreimal bei Catull(66. 41; 68, 39; 116, 7), 7mal bei Properz(II, 1, 51; III, 7, 43; 31, 9, 27; IV, 5, 25; V, 1, 63; 7, 41), 6mal bei Ovid(Fast. III, 863; Her. I, 95; VII, 17, 27; Art. I, 293; Trist. II, 289)*. An allen übrigen Stellen, wo die weibliche Cäsur wegen einer grösseren Interpunktion die Hauptcäsur scheinen könnte, wird man vielmehr nach dem Vorgange L. Müller's die zugleich vorhandene Penthemimeres oder Hephthemimeres als Hauptcäsur anzusehen haben. Sein Grundsatz, dass die metrische Rücksicht die grammatische überwiege, findet in den Distichen volle Bestätigung. Die fast ausnahmslose Regel gebietet also, dass die I Reihe ebenso bestimmt und fest auf die Arsis endige, wie III und IV. Mag nun die Penthemimeres oder die Hephthemimeres die Hauptcäsur des Hexameters sein, immer entstehen 4 Glieder von etwa gleichem Umfange (1 2 ½ oder 3 ½, II 3 ¼½ oder 2 ½, III 2 ½, IV 2 ½ Fuss), von denen jedes gegen das andre genau begrenzt und die soweit möglich, d. h. mit Ausschluss von II, gleich bestimmt und fest durch die Arsis abgeschlossen sind.

Damit kommen wir zum zweiten Theile dieses Capitels. Haben wir bisher eine Mehr- heit von Gliedern in der Einheit der Strophe nachgewiesen, so soll jetzt umgekehrt das Ein- heitliche und Gemeinschaftliche in den Gliedern her ben werden. Grc isch ist ge- wöhnlich nur das ganze Distichon abschliessend. Wo sich innerhalb des Distichons eine grössere Interpunktion findet, wird man durch genauere Beobachtung, wenigstens bei Tibull und Ovid, in der Regel nicht sowohl einen Abschluss, als einen Haltepunkt des Gedankens erkennen, wel- cher sich mindestens bis zum Ende desselben Distichons, wenn auch oft nicht grammatisch, so doch logisch fortsetzt. Der Inhalt des Distichons, der Gedanke, durch die die Strophe bildenden Worte ausgedrückt, kann sich ohne jede Unterbrechung, nur einen Satz bildend, über

* Cfr. meine Dissertation S. 60 fl.