Aufsatz 
Philipp der Großmüthige, Landgraf von Hessen, als Regent und Reichsfürst / geschildert von E. Schaumann
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Vater ins Gefängniß zu gehen und ſelbſt Größeres für ihn zu dulden, und als ſeine Bitten ohne Erhörung blieben, bot er ſammt ſeinen Räthen den Drohungen des Kaiſers Trotz und mahnte unabläſſig die beiden Kurfürſten, ſie ſollten ihrer Ver⸗ pflichtung nachkommen. Dieſe ſelbſt beſtürmten den Kaiſer, ſein eigener Bruder Ferdinand bat um Freigebung des Gefangenen, ſeine Schweſter Maria, die Statthalterin der Niederlande, warf ſich von Mitleid ergriffen neben der Landgräfin zu Augsburg um Gnade flehend vor ihm nieder, aber Karl, der, unaufhaltſam ſeinen Sieg verfolgend und ſeine und ſeines Hauſes Macht zu befeſtigen und zu mehren bemüht, die Proteſtanten ſeine über⸗ legene Gewalt gerne fühlen ließ und auch die übrigen Reichs⸗ ſtände nicht ſelten mit empfindlicher Geringſchätzung behandelte, blieb kalt und unerbittlich. Da ermannte ſich der durch dieſe Vorgänge ſchwer gekränkte und zugleich durch das wegen ſeines engen Anſchluſſes an die kaiſerliche Politik auf ihm laſtende Miß⸗ trauen der Deutſchen gereizte Kurfürſt Moritz zu einem ent⸗ ſcheidenden Schritt, und zu derſelben Zeit, wo Karl und die ihm anhingen Alles gewonnen zu haben glaubten, bereitete ſich ein völliger Umſchwung vor. Im engen Bunde mit ſeinem Schwager Wilhelm, dem älteſten Sohne des gefangenen Landgrafen, be⸗ ſchloß der Kurfürſt, unvermuthet mit entſchiedener Feindſeligkeit und offenem Angriff gegen den Kaiſer vorzugehen und mit einem gewaltigen Schlage zu erlangen, was friedlicher Unterhandlung unerreichbar geblieben war. Seine Rüſtung gegen den Kaiſer wurde durch die ihm von Reichswegen übertragene Belagerung von Magdeburg begünſtigt, und als Wilhelm im Februar 1552 die heſſiſchen Stände in Caſſel um Unterſtützung bei ſeinem ge⸗ fahrvollen Unternehmen gebeten und die einmüthige Erklärung erhalten hatte, ſie wollten Gut und Blut an die Befreiung ihres Landgrafen und die Rettung ihres Vaterlandes ſetzen, vereinigten ſich die ſächſiſchen und heſſiſchen Streitkräfte mit denen des Mark⸗ grafen Albrecht von Brandenburg⸗Culmbach bei Rothenburg an der Tauber. Von da drangen ſie 40000 Mann ſtark weiter vor,

lichen Linie; Ludwig, geb. 27. Mai 1537; Philipp, geb. 22. April 1541; Georg, geb. 10. September 1547, von dem die Großherzoge von Heſſen und bei Rhein und die Landgrafen von Heſſen⸗Homburg abſtammen. Die Töchter waren: Agnes, geb. 31. Mai 1527, zuerſt mit dem Herzog(nachmaligen Kurfürſten) Moritz von Sachſen, nach deſſen Tode mit Johann Friedrich II. von Sachſen vermählt; Anna, geb. 16. Octbr. 1529, Gemahlin des Pfalzgrafen Wolfgang von Zweibrücken; Barbara, geb. 16. April 1536, vermählt mit dem Herzog Georg von Württemberg und nach deſſen Tod mit dem Grafen Daniel von Waldeck; Eliſabeth, geb. 13. Febr. 1539, Gemahlin des Kurfürſten Ludwig's VI. von der Pfalz; Chriſtina, geb. 29. Juni 1543, Gemahlin des Herzogs Adolf von Holſtein.