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ins Leben gerufen hatte, der Handhabung der Geſetze, der Sicher⸗ heit der Landſtraßen, der Verbeſſerung der Salinen und nament⸗ lich auch der Waldungen, die er ſchon der Jagd wegen liebte, welche unverändert ſeine angenehmſte Erholung blieb.
Für die Erhaltung der proteſtantiſchen Kirche war er bis an ſein Ende beſorgt. Mit Dank gegen Gott erfüllte ihn daher der Abſchluß des auf dem Reichstage zu Augsburg im September 1555 zu Stande gebrachten Religionsfriedens, welcher endlich der proteſtantiſchen Kirche ein ungefährdetes Daſein gewährte und der Unterdrückung aus religiöſen Gründen ein Ende zu machen beſtimmt war. Aber auch die weitere Ausbildung der proteſtantiſchen Kirche lag ihm ſtets am Herzen, und er zeigte ſich immer bemüht, nach dem Muſter des milden Melanchthon die Gewiſſensfreiheit zu achten und die Spaltungen auszugleichen. Deßhalb liebte er auch die oft mit Bitterkeit geführten Streitig⸗ keiten der Theologen nicht.„O Gott,“ ſagte er einſt,„wie iſt die Liebe noch ſo kalt bei denen, die ſich Chriſten nennen!“
Fünf Jahre vor ſeinem Tod, am 6. April 1562, übergab er in ſeinem Schloſſe zu Caſſel den dazu berufenen Zeugen und No⸗ tarien ſeinen letzten Willen, ein herrliches Denkmal ſeiner Seelen⸗
größe, worin er die Seinigen zu wahrer Gottesfurcht, Gerechtige
keit, Mildthätigkeit, echter Vaterlandsliebe und fürſtlicher Geſinnung väterlich ermahnte. Sein gläubiges Gottvertrauen, das ihn ſtets an dem apoſtoliſchen Worte:„Iſt Gott für uns, wer mag wider uns ſein? Röm. 8, 31“ feſthalten ließ, begleitete ihn bis an das Ende ſeiner Tage. Im 63. Jahre ſeines Lebens, im 49. ſeiner Regierung wurde er von dem Schauplatze ſeiner irdiſchen Wirk⸗ ſamkeit abgerufen. Seine körperlichen Leiden, gewiß eine Folge ſeiner langen Gefangenſchaft, hatten die Friſche ſeines Angeſichts nicht verändert. Darum hegten auch Andere die Beſorgniß nicht, daß er ihnen bald entriſſen ſein werde; er ſelbſt aber ahnte, daß ſein Ende nahe bevorſtehe. Am Donnerſtag vor Oſtern genoß er mit ſeinen Söhnen das heilige Abendmahl, und am zweiten Feier⸗ tage(31. März 1567) zwiſchen 4 und 5 Uhr Abends verſchied er mit den Worten:„Vater, in Deine Hände befehl' ich meinen Geiſt!“ Er ruht in der St. Martinskirche zu Caſſel, wo ſein Sohn Wilhelm ihm ein Denkmal von Marmor ſetzte.


