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wurde dem Kaiſer die Ausführung ſeines Planes ungemein er⸗ leichtert. Zwar zogen, während er in Regensburg noch auf Hülfe wartete, im Juli 1546 die Heſſen und Sachſen über Meiningen und Schweinfurt nach Donauwerth, das ſie im Anfang des Auguſt erreichten und wo ſie ſich mit den Württembergern und Augs— burgern unter Hans von Heideck und Sebaſtian Schärtlin ver— einigten und dadurch eine Stärke von 40000 Mann erreichten, aber auch die kaiſerlichen Völker waren ſchon nahe, und Karl, der einſtweilen einer Schlacht vorſichtig auswich, hatte es deßhalb ſchon am 20. Juli 1546 gewagt, die Reichsacht über die Bundes⸗ häupter als ich⸗ und eidbrüchige Rebellen, als Störer des Kirchen⸗ und 2 wüffſedei und als Ungehorſame gegen das Reich zu verhängen und ihren Unterthanen, unter Entbindung von Eid und Pflichten, jede Hülfe und jeden Beiſtand zu unterſagen. An demſelben Tage rückten ſpaniſche Hülfsvölker in Regensburg ein, bald folgten ihnen deutſche, neapolitaniſche und päpſtliche Schaaren, aber noch war nichts für die Proteſtanten verloren, wenn ſie ſich zu entſcheidendem Handeln hätten entſchließen können. Mit Nach⸗ druck widerlegten freilich die Fürſten, deren Völker trotz der Achts⸗ erklärung treu zu ihnen hielten, die Vorwürfe des Kaiſers und lieferten den Nachweis, daß ſeine Beſchuldigungen in den Haupt⸗ puncten ungegründet ſeien und daß nur ſeine Weigerung, ihrer Religion einen aufrichtigen, dauerhaften Frieden zu gewähren, ſie unter die Waffen gerufen und im ſchmalkaldiſchen Bunde vereinigt hätte, der, wäre das Wort Gottes nicht bedroht geweſen und hätte man hoffen können, der Religion wegen in Ruhe und Frieden zu leben, unterblieben oder längſt zerfallen ſein wuͤrde; aber der mächtige Gegner, der ſein Schwert zu ihrer Vernichtung gezogen hatte, war mit treffenden Worten nicht zu ſchrecken: hier bedurfte es einer entſcheidenden That. Dazu fehlte es jedoch, den drin— genden Ermahnungen des Landgrafen zuwider, an der Einheit des Oberbefehls, und nach langwierigen Berathſchlagungen wurde, um das angeblich neutrale Gebiet des Herzogs von Bayern nicht zu verletzen, ein erfolgloſes Hin- und Herziehen beliebt. Dem Kaiſer gelang es dadurch, ſich bei Landshut mit weiteren Hülfs— völkern zu vereinigen, worauf er ſich bei Ingolſtadt verſchanzte. Als am 2. September beide Heere ſich hier gegenüberſtanden und Philipp, der ſein Geſchütz vortheilhaft aufgepflanzt hatte, einen Hauptangriff forderte, verdankte der Kaiſer trotz ſeiner günſtigen Stellung wahrſcheinlich nur der Unentſchloſſenheit des Kurfürſten ſeine Rettung. In einem vertraulichen Briefe vom 21. Septem⸗ ber 1546 klagt der Landgraf darüber.„Gott der Herr,“ ſchreibt er,„gab uns ein großes Glück; hätten wir's erkennen mögen! Ich ſagte es dem Kurfürſten und dem Kriegsrath, wenn mich's allein anginge, wollt' ich angreifen, ſie aber bedachten Stadt


