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1545, wo er dem Landgrafen gelobte, zum Evangelio zu ſtehen und ſein Vermögen daran zu ſetzen, dagegen. Erſt auf dem Reichstage zu Regensburg, wo er am 24. Mai 1546 eintraf, trat er, wahrſcheinlich theils durch die großen Verheißungen, deren Inhalt ſpäter offenbar wurde, theils durch die fortgeſetzten Zerwürfniſſe mit dem Kurfürſten von Sachſen bewogen, vollends auf die Seite des Kaiſers. Unmittelbar darauf beſchloß dieſer, wie ein Brief an ſeine Schweſter Maria in Brüſſel vom 9. Juni darthut, den Religionskrieg, ließ aber, äußerlich immer noch zum Frieden geneigt, mit den Proteſtanten weiter verhandeln und er⸗ hielt ſie dadurch in fortwährender Ungewißheit. Der Landgraf durchſchaute jedoch die kaiſerlichen Pläne; er habe, ſchrieb er am 20. Juni an den Kurfürſten, ſchon längſt beſorgt, daß es ſo kommen würde, man habe zu lange geſchlafen. Endlich ent⸗ ſchloſſen ſich daher die proteſtantiſchen Geſandten, von dem Kaiſer auf dem Reichstage einen unumwundenen Aufſchluß über den Zweck ſeiner Rüſtungen zu verlangen. Sie erhielten die Antwort, er denke nach wie vor an Vergleichung mit den Ständen; wer ihm folge, der ſolle ſeine Gnade fühlen, wer ihm nicht gehorche, gegen den werde er ſein Anſehen brauchen. Und als Friedrich von der Pfalz anfragte, wer denn die Ungehorſamen ſeien, gegen die er aufzutreten gedenke, erwiederte ihm der Kaiſer, die ſeien es, die unter dem Schein der Religion gegen ihn Praktiken trie⸗ ben, die Rechtspflege des Reiches nicht leiden wollten, geiſtliche Güter einzögen und ſie zu ihrer Eigenliebigkeit mißbrauchten. Dieſe Antwort ließ keinen Zweifel übrig, aber nun zeigte ſich, wie ſehr ſich die proteſtantiſchen Verbündeten bisher hatten blen⸗ den laſſen. Außer dem Landgrafen waren nur wenige Theil⸗ nehmer des Bundes auf eine ernſtliche Abwehr vorbereitet; über einzelne Einrichtungen herrſchte Unzufriedenheit, und die Gegner zählten nicht ganz ohne Grund auf eine durchgreifende Spaltung. Allein, wie es oft zu geſchehen pflegt, Angeſichts der drohen⸗ den Gefahr traten die proteſtantiſchen Reichsſtände einander wie⸗ der näher und gelobten ſich den kräftigſten Beiſtand. Johann Friedrich und Philipp ſprachen ſich in Ichtershauſen und faßten den Beſchluß, ihre Mannſchaft, über 20000 Mann, zu vereinigen und dem Kaiſer da entgegen zu treten, wohin er zuerſt ſeinen Angriff richten werde. Auch Württemberg, Augsburg, Ulm, Coſtnitz rüſteten, und Sebaſtian Schärtlin, ein erfahrener Krie⸗ ger, ſtellte ſich ſofort an die Spitze von 12000 Mann. Ihm wäre es wahrſcheinlich gelungen, die noch nicht vereinigten kaiſerlichen Truppen in großen Nachtheil zu bringen und den ſchmalkal— diſchen Krieg mit einem für die Proteſtanten günſtigen Schlage zu eröffnen, aber die ihm vorgeſetzten Kriegsräthe mißbilligten ſein unerſchrockenes Vorgehen und riefen ihn zurück. Dadurch 3


