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von Braunſchweig, deſſen Land von Heſſen und Sachſen immer noch beſetzt gehalten wurde, kam ein Vergleich zu Stande, wonach daſſelbe einſtweilen dem Kaiſer übergeben werden ſolle, der es dann bis zu endgültiger Entſcheidung durch einige von ihm dazu ernannte Fürſten verwalten laſſen würde. Heinrich gab ſich damit nicht zufrieden. Vom Könige von Frankreich mit einer Geldſumme unterſtützt warb er 12000 Landsknechte und 2500 Reiter und erſchien plötzlich vor Wolfenbüttel, das er belagerte. Allein der Landgraf, der immer mit ſcharfen Blicken die Bewegungen der Gegner verfolgte, war auch nicht müßig geblieben. Mit etwa 10000 Mann und 23 Geſchützen brach er auf und vereinigte ſich mit Herzog Ernſt von Braunſchweig-Grubenhagen, der ein gleich ſtarkes Heer im Namen des Kurfürſten von Sachſen führte. Bald ſtanden die feindlichen Schaaren einander gegenüber. Eine von Herzog Moritz von Sachſen, dem Schwiegerſohne des Landgrafen, verſuchte Vermittelung ſcheiterte an Heinrich's Haß. Er erklärte, in drei Stunden werde man ſehen, ob er oder der Landgraf Herr der Welt ſein ſolle. Da griff dieſer am 21. October 1545 bei Kahlfeld mit Nachdruck an, und nur zu bald ſah Heinrich, daß ſeine ſchlecht bezahlten Söldner, als ſich die Uebermacht des Geg— ners entwickelte, ihr Leben nicht für ihn einſetzen wollten, und ergab ſich ſammt ſeinem Sohn Karl Victor. Beide wurden als Kriegsgefangene nach Ziegenhain gebracht und hier fürſtlich ge⸗ halten, ſo daß des Kaiſers Mahnung, Philipp möge ſich ſeines Sieges mit Mäßigung bedienen, als überflüſſig erſcheinen konnte, obgleich der Landgraf gewiß nicht mit Unrecht dem Gefangenen zurief:„Wenn du meiner jetzt ſo gewaltig wäreſt, als ich deiner, ſo würdeſt du mich nicht leben laſſen; ich will mich aber beſſer gegen dich halten, als du um mich verdient haſt!“
Während das neue Religionsgeſpräch zu Regensburg vom Januar bis März 1546 wieder ohne allen Erfolg blieb, verbrei⸗ tete ſich, obgleich der Kaiſer einen nachtheiligen Waffenſtillſtand mit den Türken geſchloſſen hatte und mit Frankreich im Frieden war, das Gerücht von gewaltigen Rüſtungen deſſelben. Als ihr Ziel wurde insgeheim die Unterdrückung der Proteſtan⸗ ten bezeichnet. Auf eine an ihn gerichtete Anfrage antwortete je⸗ doch Granvella am 7. Februar 1546 mit den beruhigendſten Verſicherungen, und der Kaiſer ſandte dem Landgrafen, deſſen Tochter Anna er in Zweibrücken beſucht und huldvoll beſchenkt hatte, eine Einladung zu einer Unterredung und traf mit ihm am 28. März in Speier zuſammen. Hier ſetzte Philipp das Be⸗ denkliche der gegenwärtigen Lage frelmüthig auseinander. Es er⸗ rege die größten Beſorgniſſe, daß der Kaiſer, der jetzt im Frieden mit Frankreich lebe, ſtatt ſeine volle Kraft gegen die Türken zu wenden, mit denſelben Frieden zu ſchließen ſuche, dabei aber doch


