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des Herzogs, der mit ſeinem Sohne nach Landshut entfloh. Selbſt die Feſten Schöningen, Wolfenbüttel und Steinbrück wurden ſchneller erobert, als man hatte hoffen können, denn namentlich Wolfenbüttel ſchien zu längerem Widerſtand gerüſtet. Als ein Trompeter die Feſte zur Uebergabe aufforderte, rief man ihm zu, er ſolle über drei Jahre wieder einmal nachfragen! Auch ſetzte ein gelungener Auaſell der Braunſchweiger die Belagerer in Schrecken, aber der Landgraf richtete ihren Muth wieder auf. In Bauerntracht ſchlich er ſich dicht an die Mauern, um die ſchwächſte Stelle zu erkunden. Auf dieſe ließ er ſein ſbwere⸗ Geſchütz richten, und es wirkte mit ſolcher Kraft, daß die Landsknechte einen Sturm zu verſuchen verlangten. Da boten die Belagerten die Uebergabe an, und am 13. Auguſt rückten die Sieger ein. Eine Regierung wurde im Lande eingeſetzt, das Kirchenweſen um— geſtaltet und das dem Vertriebenen günſtige Urtheil des Reichs— kammergerichts verworfen. Dieß Alles erhöhte den Unwillen des ſchon ſeit ſo vielen Jahren grollenden Kaiſers, aber auch damals war er nicht allein ſelbſt noch in andere Kämpfe verwickelt, ſon— dern auch ſein Bruder wegen der völligen Beſitzergreifung Un⸗ garn's durch die Türken noch zu ſehr auf Deutſchland's Hülfe an⸗ gewieſen, als daß Karl in den Religionsangelegenheiten mit der Aus— ſicht auf ſicheren Erfolg auftreten konnte. Darum ſuchte er auch ſeine wahre Abſicht zu verſchleiern, die Mitglieder des ſchmalkal— diſchen Bundes wo möglich in Sicherheit einzuwiegen und vor allen Anderen den Landgrafen zu gewinnen, aber dieß mißlang, weil die auf dem Reichstage zu Nürnberg 1543 gepflogenen Verhandlungen keinen mit ſeinen Wünſchen übereinſtimmenden Erfolg hatten. Zwar ging Philipp mit der größten Mäßigung zu Werke, aber auf der anderen Seite wich man mit außer— ordentlicher Geſchmeidigkeit der Feſtſtellung eines dauernden Friedens aus. Der Landgraf ſehnte ſich, in der Ueberzeugung, man dürfe jetzt den Kampf der Meinungen nicht weiter treiben, man müſſe das Wort Gottes im Stillen und mit Sanftmuth pflegen, die Liebe gegen Gott und die Menſchen feſthalten, nach einem ehrlichen und aufrichtigen Frieden, der noch auswärts be— ſchäftigte Kaiſer dagegen wollte nur Zeit gewinnen, um im rechten Augenblick die Proteſtanten mit Einem Schlage niederzu— werfen. Vergeblich bemühte ſich daher Philipp auch im folgen⸗ den Jahre zu Speier, wo Karl V. ſich wieder ſelbſt einge— funden hatte, für die bisherigen einſeitigen Zugeſtändniſſe des Kaiſers eine Genehmigung des ganzen Reichs zu erhalten. An— fangs freilich hoffte man, es werde ſich Alles dort zum Beſten wenden. Der Landgraf, welcher das unbegrenzte Vertrauen ſeiner Verbündeten genoß, ſchien ſich auch der vollen kaiſerlichen Gnade zu erfreuen. Die gewaltige Beredtſamkeit, mit welcher


