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Nürnberg einen Bund, deſſen Oberhauptleute Heinrich von Braun⸗ ſchweig und Ludwig von Bayern wurden. Die Spannung, welche bisher ſchon zwiſchen dem Landgrafen und dem Herzog Heinrich von Braunſchweig geherrſcht hatte, wurde hierdurch noch bedeu⸗ tend vermehrt, und aus ihr ging, beſonders als der Landgraf am 30. December 1538 einen braunſchweigiſchen Abgeſandten an den Kurfürſten von Mainz aufgefangen und in den ihm abge— nommenen Briefſchaften grobe Schmähungen auf ſich gefunden hatte, eine ganze Reihe der allergehäſſigſten Streitſchriften her⸗ vor, an welchen auch der Kurfürſt Johann Friedrich von Sachſen, welcher ſeinem Vater am 16. Auguſt 1532 in der Regierung nach⸗ gefolgt war, den lebhafteſten Antheil nahm. Doch blieb die Sache für jetzt beim Federkrieg und hinderte den Landgrafen nicht, in dem großen Religionsſtreite einen neuen Verſuch der Aus⸗ ſöhnung zu wagen, denn, wie er immer der Meinung geweſen war, daß die Reformation ſich nicht mit Kriegsknechten durch⸗ führen laſſe, und wie er 1537 zu Coburg erklärt hatte, daß er nur einen nothgedrungenen Rettungskampf gutheißen werde, ſo hielt er auch jetzt an der Anſicht feſt, daß die Verbeſſerung des Glaubens, die Verbeſſerung der Kirche und der Kirchendiener vor Allem nur durch gütliche Mittel zu ſuchen ſei. Wirklich ließ ihn eine Verſammlung zu Frankfurt 1539, wo der gemäßigte Erzbiſchof von Lunden als kaiſerlicher Bevollmächtigter auftrat, der Hoff⸗ nung Raum geben, daß das gegenſeitige Mißtrauen beſiegt, die ſchroffen Gegenſätze aufgehoben und ein„beſtändiger, wahrhaftiger, undisputirlicher“ Friede erreicht werden könne, aber leider blieb die kaiſerliche Genehmigung der vermittelnden Beſchlüſſe aus, und als Karl endlich 1540 nach Deutſchland zurückkehrte und den Schein annahm, als wolle er ſich den evangeliſchen Ständen, namentlich dem Landgrafen, aufrichtig nähern, ſo blieben doch die zu Hagenau und Worms 1540 geführten Verhandlungen, trotz der Freundlichkeit des kaiſerlichen Großkanzlers Granvella und ſeines Sohnes, des Biſchofs von Arras, ohne allen Er⸗ folg. Die beſte Zeit war in Gemäßheit der den kaiſerlichen Geſandten insgeheim ertheilten Anweiſung, den Religionsſtreit in Deutſchland ſo lange hinzuziehen, bis Karl in der Lage wäre, ihn mit gewaffneter Hand zu ſchlichten, auf unerhebliche Nebendinge verwendet, die Fortſetzung des Geſpräches aber am 18. Ja⸗ nuar 1541 nach Regensburg verlegt worden, wo Karl ſelbſt auf dem Reichstage erſcheinen wollte. Der Kaiſer war ſchon an⸗ gelangt, als der Landgraf, der mit 300 Reiſigen von Marburg über Würzburg und Nürnberg nach Regensburg zog, am 27. März 1541 daſelbſt eintraf. Im Namen des Kaiſers von Granvella empfangen, ritt er unter dem Schall der Trompeten an der Spitze ſeines Gefolges auf einem ſtattlichen, muthig wiehernden Roß in


