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mit der vollen Dankbarkeit lohnte, die ihm ſo ſehr gebührte und die er ihm auch früher gelobt hatte. In ſpäteren Jahren erwachte in ihm die richtige Erkenntniß deſſen, was er lediglich Philipp's Anſtrengungen zu verdanken hatte, und er ließ es ſich angelegen ſein, dieß auch durch die That zu beweiſen. Ohne Unterbrechung weihte dagegen Chriſtoph dem Retter ſeines Hauſes die innigſte Anhänglichkeit und zeigte ſich während ſeiner langen und höchſt ſegensreichen Regierung der Opfer würdig, welche der Landgraf für ihn gebracht hatte. König Ferdinand, welchen Philipp 1535 in Wien beſuchte und der ihn dort feierlich empfing, ſöhnte ſich damals, dem Anſcheine nach vollſtändig, mit ihm aus. Dieſe ruhmvolle Unternehmung war es, welcher Philipp bei ſeinen Zeit⸗ genoſſen den Beinamen des Großmüthigen verdankte, den ihm die Geſchichte bewahrt hat. Reichlich hat er dieſe ehrenvolle Be— zeichnung verdient, da er, für das erkannte Recht Gut und Leben zu opfern bereit, gegen Mächtigere furchtlos in die Schranken trat und, von der edelſten Uneigennützigkeit geleitet, keinerlei Vor⸗ theil für ſich erſtrebte, ſondern nur zum Wohle des unterdrückten Freundes wirkſam war.
Der Kaiſer, durch andere Kämpfe in Anſpruch genommen, verbarg klug ſeine Erbitterung, um ſo tiefer aber wurzelte in ihm der Entſchluß, in einer günſtigeren Zeit ſchwere Rache zu üben. Für jetzt rechnete er ſogar auf den muthigen Landgrafen, um mit ſeiner Hülfe das gefährliche und immer weiter um ſich greifende Treiben der Wiedertäuferzu unterdrücken. Dieſe, nach Thomas Münzer's Fall in ganz Deutſchland verbreitet, aber faſt überall mit äußerſter Strenge verfolgt, hatten ſich nach den Niederlanden, nach Oſtfriesland und Weſtfalen gewendet, allein auch hier ge— nügte ihnen die friedliche Ausbreitung ihrer Lehre nicht. Die Boten Gottes, ſagten ſie, ſeien ſchon in der Welt erſchienen, um die Auserwählten des Herrn mit dem Bundeszeichen zu verſiegeln. Bald werde die Schaar der Verſiegelten ſich von den vier Enden der Welt verſammeln, dann werde Chriſtus, ihr König, unter ſie treten und ihnen das Schwert in die Hände geben. Alle Gott— loſen werde man vertilgen, den Auserwählten aber ſei ein neues ſeliges Leben beſchieden, ohne Geſetze, ohne Obrigkeit, in der Fülle des Ueberfluſſes und aller Freuden. Ihr fanatiſcher Eifer, der in gewaltſame Empörung ausartete, nöthigte zur nachdrücklichſten Abwehr. Gegen das Ende des Jahrs 1533 hatte ſich beſonders in Münſter eine große Menge Wiedertäufer verſammelt, und zu Anfang des folgenden Jahres traten der Bäcker Jan Mat— thys aus Haarlem und der Schneider und Wirth Jan Bockelſon aus Leiden an ihre Spitze. Von Bernhard Knipperdolling, der durch ihren Einfluß Bürgermeiſter geworden war, eifrig unter⸗ ſtützt verjagten ſie am 27. Februar 1534 unter dem Rufe:„Hin⸗


