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Pontons mit ſich führte, am 12. Mai hinüber, und es kam nördlich von Laufen zu einem Treffen, in welchem den Pfalz⸗ grafen zwar eine Kugel am rechten Fuße traf und kampfunfähig machte, das aber keine Entſcheidung herbeiführte. Allein der folgende Tag, wo die Königlichen unter dem Grafen von Mont⸗ fort und Kurt von Boyneburg den Feind zwiſchen Laufen und Kirchheim in einer feſten Stellung erwarteten, brachte dem Land⸗ grafen den Sieg. Schon als er den Namen des Ortes Laufen erfuhr, rief er fröhlichen Muthes den Seinigen zu:„Gut, hier ſollen ſie laufen lernen!“ Keinem Widerſpruche Gehör ſchenkend brachte er ſeinen trefflich entworfenen Schlachtplan zu raſcher und entſcheidender Ausführung. Während ſein Fußvolk den Feind in der Front angriff, warf er ſich ihm mit dem beſten Theile ſeiner Reiterei in die Flanke und brachte dadurch ſolche Verwir⸗ rung hervor, daß die Feinde, ohne auf die Stimme der Führer zu hören, ihre Waffen von ſich warfen und ſich im größten Ent⸗ ſetzen durch den Fluß zu retten ſuchten. Viele fanden hier in den Wellen oder durch das Geſchoß der Feinde ihren Tod, eine große Beute an Geſchütz, Munition und Lebensmitteln fiel in die Hände des Siegers, der jedoch, auch hier ſeines Grundſatzes eingedenk, zu rechter Zeit ſelbſt des Gegners zu ſchonen(par- cere subjectis et debellare superbos), auf die Fürbitte des Herzogs Ulrich, der in dem fliehenden Heer auch viele ſeiner Unterthanen vermuthete, auf weitere Verfolgung des nach allen Seiten hin auf der Flucht ſich zerſtreuenden Kriegsvolks verzich⸗ tete. In Brakenheim fand ein Dankgebet ſtatt, die Beute wurde vertheilt und nach ganz Württemberg die Siegesnachricht geſendet. Ueber Biſſingen zogen beide Fürſten in Eilmärſchen nach Stutt⸗ gart, das am 15. Mai ſeine Thore öffnete und wo Herzog Ulrich, der überall mit Freuden aufgenommen wurde, auch die Huldigung der benachbarten Städte empfing. Am meiſten aber wurde der Landgraf gefeiert, und beſonders erfreulich war es für ihn, daß man neben ſeiner kriegeriſchen Tugend ſtets auch die Großmuth rühmte, mit welcher er früheres Unrecht zu vergeben und zu ver⸗ geſſen rieth. Stuttgart's gelehrte Dichter verglichen ihn deßhalb in ihren Siegesliedern mit dem Griechen Thraſybul, der, als er aus ſeiner Vaterſtadt Athen die dreißig Tyrannen vertrieben hatte, das ſchöne Geſetz der Vergeſſenheit(Amneſtie) gab. Nach kurzem Aufenthalt in Stuttgart zog das ſiegreiche Heer vor Tübingen. Mit leichter Mühe wurden Stadt und Schloß genommen, die Burgen von Achalm und Homburg, Hohen⸗Urach und Hohen⸗ Stauffen ergaben ſich, nur Hohen-Asperg ſchien zu hartnäckigem Widerſtand entſchloſſen, denn der Aufforderung der Belagerer wurde von Seiten des Pfalzgrafen, der ſich mit 800 Auserleſe⸗ nen in die Feſtung geworfen hatte, am 28. Mai die Antwort,


