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den beſſeren Rath erfahrener Kriegsleute, dem auch der König beiſtimmte, wurde die unter Johann Zapolya heranziehende Hülfe nicht abgewartet und der Feind am 29 Auguſt 1526 von den Ungarn tollkühn angegriffen. Zu ihrem Verderben war bald die Schlacht entſchieden; König Ludwig ſelbſt kam auf der Flucht ums Leben, und die Türken verfolgten ihren Sieg mit empörender Grauſamkeit. Durch brennende Städte und Dörfer ihren Weg be⸗ zeichnend breiteten ſie ſich über das Land aus, drangen bis nach Gran vor und wurden an weiteren Eroberungen nur durch die Unruhen gehindert, welche in Aſien ausgebrochen waren. Nachdem ſie gegen Ende des Monats September ihren Rückweg angetreten hatten, machte Ferdinand, der Bruder des deutſchen Kaiſers, ſeit 1521 mit der Schweſter des Königs Ludwig vermählt, ſeine Anſprüche auf die durch deſſen Tod erledigten Kronen von Boͤhmen und Ungarn geltend. Zum böhmiſchen Könige wurde er auch am 24. October 1526 von den drei Ständen des Reiches erwählt, in Ungarn aber am 10. November der mächtige Woiwode Johann Zapolya auf dem Relchstage zu Stuhlweißenburg zum Könige ausgerufen. Aber auch Ferdinand's Anhänger traten kurz darauf in Preßburg zuſammen, wählten ihn zum Könige und luden ihn ein, bald in Ungarn zu erſcheinen. An der Spitze eines Heeres erfüllte er dieſen Wunſch, vertrieb Zapolya aus dem Lande und ließ ſich zum Könige von Ungarn krönen. Da betrat Zapolya einen Weg, der ihm ſelbſt zur Schmach, dem Lande zum Verderben gereichte: er wandte ſich mit der Bitte um Hülfe an den Sultan. Auch von Ferdinand erſchienen Geſandte vor Suleiman: ſie wurden ungnädig entlaſſen, und der Sultan brach im Mai 1529 wieder nach Ungarn auf. Am 14. September ſetzte er den unterwürfigen Zapolya in Ofen als König von Ungarn ein und bedrohte Wien mit einem Heere von 250000 Mann. Die Beſatzung, 20000 treffliche Kriegsleute unter der Führung des Pfalzgrafen Philipp, vertheidigte im Ver⸗ ein mit der tapferen Bürgerſchaft die Stadt mit wahrem Helden⸗ muthe und ſchlug ſiegreich die Stürme der Belagerer ab. Am 15. October zog ſich Suleiman zurück, Ferdinand ſchloß hierauf mit Zapolya einen Waffenſtillſtand und gab ſich 1530 nochmals der Hoffnung hin, den Sultan durch eine Geſandtſchaft und das Erbieten einer Geldſumme für ſich gewinnen zu können. Aber mit den hochfliegenden Plänen Suleiman's, der ſich ſchon im Beſitze der ganzen Welt träumte, war der Friede mit Ferdinand nicht vereinbar. Der Sultan, ließ er ihm erwiedern, habe Ungarn mit dem Schwert, mit ſeinem und ſeiner Krieger Blut gewonnen und habe ein Recht auf ſeinen Beſitz; er verlange deßhalb vor Allem die Näumung der Feſtungen, die ſich Ferdinand noch in einem Theile von Ungarn anmaße. Dieſe Antwort ließ die Größe der Gefahr, die von Conſtantinopel her im Anzuge war, erkennen. 2


