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Brenz aus Schwäbiſch⸗Hall, Agricola aus Augsburg, Oſiander aus Nürnberg, Menius, Myconius, Crato ein. Nach einigen ver⸗ traulichen Vorberathungen fand das Hauptgeſpräch(die Marburger Disputation) vom 1. bis 3. October in dem Schloßſaale in Gegen⸗ wart des Landgrafen, des Herzogs Ulrich von Württemberg, der Geſandten des Kurfürſten von Sachſen, der Theologen der Univer— ſität und anderer vornehmen Herren ſtatt. Leider konnte in dem wichtigſten Puncte, der Lehre vom Abendmahl, zu großer Betrüb⸗ niß des Landgrafen eine Vereinigung nicht erzielt werden, doch trennte man ſich mit der Verſicherung gegenſeitiger chriſtlichen Liebe.
Bald darauf erfolgte unter dem 21. Januar 1530 von Bo⸗ logna aus in gnädigen Ausdrücken die Einladung des Kaiſers zum Reichstage in Augsburg. Zahlreich und glänzend war dieſe Verſammlung, berühmt wurde ſie durch den Vortrag der von Melanchthon entworfenen Augsburgiſchen Confeſſion(25. Juni 1530). Der Kaiſer zeigte ſich beſonders huldvoll gegen den Landgrafen. Er führte ihn, wie der heſſiſche Chroniſt Lauze ſich ausdrückt, auf den hohen Berg und zeigte ihm die Güter der Welt(Ev. Matth. 4, 8. 9.): er ließ ihn große weltliche Vor⸗ theile hoffen, wenn er von der evangeliſchen Lehre zurückträte; er ließ ihm die Wiedereinſetzung des vertriebenen Herzogs Ulrich von Württemberg, eine günſtige Entſcheidung ſeines langjährigen Streites mit Naſſau in Ausſicht ſtellen, ſogar auf die römiſche Königswürde ſoll er ihm Hoffnung gemacht haben, wiewohl er gerade zu jener Zeit den Plan gefaßt hatte, ſeinen Bruder Fer⸗ dinand, den König von Böhmen und Ungarn, zum römiſchen Könige zu erheben und dadurch die Macht ſeines Hauſes noch zu vermehren. Aber wie alle dieſe Verſprechungen auf Philipp's Biederkeit keinen Einfluß übten, ſo ſcheiterten auch die ſpäter verſuchten Drohungen an dem geraden Sinne eines Fürſten, der ſich hier, wie immer, als einen ganzen Mann bewährte. Er ſah bald ein, daß hier nichts zu hoffen ſei, und, des Drängens und Treibens müde, verließ er plötzlich am 6. Aug. den Reichstag. Dieſer unerwartete Schritt des Landgrafen, welcher dem Haupte des Wider⸗ ſtandes die Freiheit der Bewegung ſicherte, und die Standhaftigkeit der übrigen proteſtantiſchen Reichsſtände zeigten dem Kaiſer, daß dieſe, wenn er ſie mit dem Aeußerſten bedrohe, wohl auch ſelbſt zu dem Aeußer⸗ ſten, zu den Waffen, ſich entſchließen würden. Nicht zu weichen, er⸗ mahnte aus der Ferne der Landgraf. Er verſicherte dem Kur— fürſten von Sachſen, er wolle Leib und Gut, Land und Leute bei ihm und Gottes Wort laſſen. Seinen Räthen ſchrieb er: „Saget den Städten, daß ſie nicht Weiber ſeien, ſondern Männer; es hat keine Noth, Gott iſt auf unſerer Seite.“ Auf einen ſolchen Kampf war der Kaiſer damals noch nicht vorbereitet. In Italien war noch Alles ſchwankend und ungewiß, die Haltung


