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durch Stiftung der Univerſität Marburg den Studien in ſeinem Lande eine ſichere Stätte und durch ſie zugleich der Refor⸗ mation eine mächtige Stütze zu bereiten. Am 30. Mai 1527 eröffnete der Rechtsgelehrte Ferrarius Montanus(Johann Eiſermann von Amöneburg) als erſter Rector die neue Univerſität, für welche der Landgraf tüchtige Gelehrte, namentlich die Theologen Lambert von Avignon, Adam Krafft von Fulda, Erhard Schnepf von Heil⸗ bronn— die übrigen Facultäten waren Anfangs nur in geringe⸗ rem Maße vertreten— erworben hatte, und auf deren Hebung durch gediegene Gelehrte er ſtets bedacht war. Durch die Grün⸗ dung der erſten evangeliſchen Univerſität bewies er, wie richtig er ſeine durch den Umſchwung der Ideen ewig denkwürdige Zeit erkannt hatte, von der Ulrich von Hutten begeiſtert ſagen konnte: „O Jahrhundert! Die Studien blühen, die Geiſter erwachen, es iſt eine Luſt, zu leben!“
Bei dieſer großen Sorgfalt für die inneren Angelegenheiten ſeines Landes verſäumte der Landgraf nicht, ſeine Aufmerkſamkeit fortwährend auch auf die Beſtrebungen der Gegner zu richten. Es konnte kein Geheimniß für ihn ſein, mit welchen Gefahren die Evangeliſchen bei der offenbaren Abneigung des Kaiſers, ſeines Bruders Ferdinand, des Herzogs Georg von Sachſen und vieler anderen Fürſten und Reichsſtände bedroht waren. Die feindſelige Stimmung, welche bereits 1521 in dem Wormſer Edict, das Luther und ſeine Anhänger mit der Reichsacht bedrohte, ihren Ausdruck gefunden hatte, mahnte ihn, wiewohl ſie auf dem Reichs⸗ tage zu Speier 1526 ſcheinbar eine mildere Form angenommen, zur äußerſten Vorſicht. Auch fehlte es nicht an bedeutſamen Warnungen. Man ſprach von Klagen am kaiſerlichen Hof und von harten Worten, die ſchwere Beſtrafung und ſelbſt die Reichs⸗ acht in Ausſicht ſtellten; aber keine Mittheilung konnte beun⸗ ruhigender für den Landgrafen ſein, als die, welche er durch Otto von Pack, Vickkanzler ſeines Schwiegervaters, des Herzogs Georg von Sachſen, erhielt, der ihn von einem gegen den Kurfürſten von Sachſen und ihn ſelbſt zu Breslau am 12. Mai 1527 geſchloſſenen Bündniſſe in Kenntniß ſetzte, welchem König Ferdinand, Kurfürſt Joachim von Brandenburg, Herzog Georg von Sachſen, die Erz⸗ biſchöfe von Mainz und Salzburg, die Herzoge von Bayern ꝛc. beigetreten ſeien, um unter dem Schutze kaiſerlicher Genehmigung und Achtserklärung den Kurfürſten, wenn er ſich nicht füge, und ebenſo den Landgrafen, den man jedoch ſeiner Jugend wegen gerne ſchonen möchte und deſſen Rückkehr zum Gehorſam der Kirche man noch hoffe, ihrer Länder zu entſetzen und die Reformation in denſelben auszurotten. Philipp, der bei ſeinem offenen und ehr⸗ lichen Charakter die Echtheit des ihm durch Pack vorgelegten Schriftſtuͤckes nicht bezweifelte, eilte im Februar 1528 mit einer


