Aufsatz 
Philipp der Großmüthige, Landgraf von Hessen, als Regent und Reichsfürst / geschildert von E. Schaumann
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bewieſen. Nachdem auch die Stadt Mühlhauſen genommen und Pfeiffer in der Gegend von Eiſenach gefangen worden, wurde dieſer nebſt Münzer im Lager vor Mühlhauſen enthauptet und damit der Bauernkrieg in Norddeutſchland beendigt.

Unterdeſſen hatte die Reformation in einigen der bedeu⸗ tenderen heſſiſchen Städte, namentlich in Alsfeld, Caſſel, Homberg, Treyſa, Marburg, Fritzlar, Hersfeld, Anhänger gefunden, und auch der Landgraf hatte ſich durch eifriges Forſchen in der Bibel, durch gründliche Beſchäftigung mit den Schriften Luther's und Melanch⸗ thon's, durch Berathungen mit Gelehrten und durch gewiſſenhaftes Nachdenken über den Stand der Sache und über den Werth der Beſtrebungen jener Männer aufzuklären geſucht. Sobald er ſich nach ſolcher ernſten Vorbereitung aus inniger Ueberzeugung der Reformation zugewendet hatte, blieb er der von ihm mit voller Hingebung ergriffenen Sache, auf deren Erfolg ſein Beitritt einen ſo entſcheidenden Einfluß übte, während ſeines ganzen Lebens mit einer Standhaftigkeit getreu, die ſelbſt die Bewunderung ſeiner Gegner verdiente. So vielfache Verſuche auch gemacht wurden, ihn der Reformation wieder zu entfremden: von der erſt nach reiflichſter Erwägung betretenen Bahn wich er nicht mehr ab, und ſelbſt die Bemühungen ſeines Schwiegervaters und ſeines Kaiſers blieben fruchtlos. Er wußte wohl, und er ſprach dieß bei einer im Frühjahr 1525 zu Kreuzburg an der Werra ſtattgefundenen Zuſammenkunft mit dem Kurfürſten von Sachſen unverholen aus, daß dieſer Schritt ihm weder Frieden, noch irdiſchen Vor⸗ theil, ſondern ihn eher um Leib und Leben, um Land und Leute bringen werde, aber dennoch blieb er unerſchütterlich. Noch vor dem Beginne des auf den Monat Mai 1526 nach Speier be⸗ rufenen Reichstags bemühte er ſich, befreundete Fürſten nebſt den angeſehenſten Reichsſtädten günſtig für die Sache zu ſtimmen. Dieß ſchien dringend nothwendig. Denn der ſiegreiche Kaiſer, der ſeinen wichtigſten Gegner, Franz I. von Frankreich, in der Schlacht bei Pavia am 24. Februar 1525 überwunden hatte, ſah der end⸗ lichen Beſeitigung des Religionsſtreites in Deutſchland auf jenem Reichstage mit Beſtimmtheit entgegen. Seine laut ausgeſprochenen Drohungen gegen die evangeliſchen Fürſten beſchleunigten das auf des Landgrafen Betreiben im Februar 1526 zu Gotha zwiſchen ihm und dem Kurfürſten Johann von Sachſen verabredete und am 4. Mai in Torgau beſtätigte und deßhalb das Torgauer benannte Bündniß. Beide Fürſten hatten allerdings den meiſten Grund zu lebhafter Beſorgniß: der Landgraf, weil mächtige geiſt⸗ liche Gebiete hart an Heſſen grenzten und man daſelbſt die Neue rungen nur ungern in ſolcher Nähe ſich vollziehen ſah; der Kur⸗ fürſt, weil die Gegner ſchon damals daran dachten, ihm zur Strafe die Kurwürde zu entreißen. Sie verpflichteten ſich deßhalb gegen⸗