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ſolche Greuel ſei die Zeit des Zornes und des Schwertes her⸗ aufbeſchworen.“ Endlich erhob ſich der ſchwäbiſche Bund, für den Georg Truchſeß von Waldburg ein Heer ſammelte und hierauf den Gegnern bei Königshofen am 2. Juni 1525 eine furchtbare Niederlage beibrachte, durch welche der Aufſtand in jenen Gegen⸗ den erdrückt ward. Zu dem Heere in Schwaben hatte auch Land⸗ graf Philipp mehrere hundert Reiſige ſtoßen laſſen, er ſelbſt aber wollte mit einer größeren Zahl von der Grafſchaft Katzenellen⸗ bogen aus dem Kurfürſten von der Pfalz, der ſich in das Schloß zu Heidelberg zurückgezogen hatte, zu Hülfe eilen, als ihn die Nachricht von der ſeinem eigenen Lande drohenden Gefahr einen anderen Ent⸗ ſchluß zu faſſen nöthigte. Der Aufſtand hatte ſich nämlich in⸗ zwiſchen aus Schwaben nach Thüringen verbreitet, wo der fana⸗ tiſche Thomas Münzer, der ſchon in Oberſchwaben für den Bauernkrieg gewirkt, in der Reichsſtadt Mühlhauſen Aufnahme gefunden hatte. Die Verheißungen des ehrgeizigen und herrſch⸗ ſüchtigen Schwärmers, daß er gekommen ſei, die Creatur frei zu machen und die Gleichberechtigung alter Menſchen an den Genuß der Güter dieſer Welt durchzuführen, verleitete das Volk, ſich ihm gläubig anzuſchließen. Das geſchah nicht bloß in Mühlhauſen, ſondern auch in den Grafſchaften Hohenſtein, Stolberg, Mans⸗ feld, Beichlingen, im Erfurter Lande, in Schwarzburg, Altenburg, Meißen, Coburg, Braunſchweig. Unter ſeiner Anführung wurden auch hier die Klöſter erſtürmt, die Burgen zerſtört, alle beſtehende Ordnung zerriſſen, mit der äußerſten Grauſamkeit gewüthet.„Liebe Brüder,“ ſchrieb er an die Bergleute zu Mansfeld,„laßt euch nicht erbarmen, ob euch Eſau gute Worte gibt; ſeht nicht an den Jammer der Gottloſen; laſſet euer Schwert nicht kalt werden vom Blut.“ Fruchtlos begab ſich Luther ſelbſt in dieſe Gegenden. Er verdammte den Aufruhr, der wider göttliches und evangeliſches Recht ſtreite und der deutſchen Nation den Untergang drohe, aber nicht einmal in ſeiner Heimath ſchenkte man ſeiner gewaltigen Stimme Gehör. Da erheiſchte die Nähe Thüringen's von dem Landgrafen einen raſchen Entſchluß zur Sicherung ſeines Landes. Mit derſelben Kraft, die er im Kampfe mit Sickingen entfaltet hatte, ging er ans Werk. Ungeſäumt beſchied er kurz nach Oſtern ſeine Ritter und Abgeordnete ſeiner Städte nach Als⸗ feld, ſtellte ihnen die Nähe der Gefahr, die Bedrängniß des Lan⸗ des vor und verlangte zu vernehmen, ob er ihrem Beiſtande ver⸗ trauen dürfe. Alle gelobten, ihn mit Leib und Leben, mit Gut und Blut in der Vertheidigung des Vaterlandes zu unterſtützen, und muthvoll zogen ſie unter ſeiner Anführung den Aufſtändiſchen entgegen, die ſich ſchon bis Rotenburg und Spangenberg ausge⸗ breitet hatten. Bald wurde Hersfeld, Fulda, Vach, Friedewald und Schmalkalden wieder genommen und Philipp dadurch in den


