Aufsatz 
Philipp der Großmüthige, Landgraf von Hessen, als Regent und Reichsfürst / geschildert von E. Schaumann
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zur Sicherung des Friedens billige Verträge mit ſeinen Nachbar⸗ ländern Pfalz, Mainz, Henneberg und Hanau und erklärte ſich mit Unwillen und Entſchiedenheit gegen den auf dem Reichstage laut gewordenen Vorſchlag, das ſichere Geleit zu brechen, das der Kaiſer dem Dr. Luther gewährt hatte und welchem vertrauend dieſer in Worms erſchienen war. Er hatte die Freude, daß ſich auch der Kaiſer ſelbſt für die Aufrechthaltung ſeines Geleites entſchied, weil, wie er damals erklärte, Treue und Glauben doch wenigſtens bei den Fürſten eine Zuflucht finden ſollten, wenn ſie auch nirgends ſonſt in Ehren gehalten würden. Wie viele andere Fürſten, ſo beſuchte auch der Landgraf den Dr. Luther in ſeiner Wohnung. Habt ihr Recht, Herr Doctor, ſprach er beim Abſchied,ſo helfe euch Gott! Sicher ließ er ihn durch ſein Land, wo Luther namentlich Friedberg, Grünberg, Alsfeld, Hersfeld berührte, bis nach Thüringen bringen. Seiner Lehre trat er noch nicht bei, denn der fürſtliche Jüngling wollte ſich in der wichtigſten Ange⸗ legenheit ſeines Lebens nicht von dem Eindrucke des Augenblicks leiten laſſen, ſondern ſich erſt durch ernſtes Forſchen in der Schrift eine gründliche Einſicht in die wahre Bedeutung der durch Luther veranlaßten mächtigen Bewegung erwerben.

Im folgenden Jahre(1522) ſprach ihn der Kurfürſt von Trier, Richard von Greifenklau, um Hülfe an. Ein Feind war unerwartet gegen ihn aufgetreten, dem er ſich allein nicht gewach⸗ ſen fühlte, gegen den er aber des Beiſtandes der Heſſen gewiß war. Franz von Sickingen, deſſen Ehrgeiz ein höheres Ziel (wahrſcheinlich der Kurhut) vorſchweben mochte, hatte nur auf eine Veranlaſſung gewartet, um einen Fürſten zu befehden, gegen den er perſönlichen Groll hegte, weil er ſich einſt tadelnd über des Ritters gewaltthätiges Treiben ausgeſprochen hatte. Deßhalb verband er ſich auf einem Rittertage zu Landau 1522 aufs Engſte mit der Ritterſchaft, zwiſchen der und den Fürſten ſchon ſeit langer Zeit Eiferſucht und Erbitterung herrſchte, und unter der beſon⸗ ders die Dalberg, Braubach, Falkenſtein, Kronberg, Flersheim, Hilchen von Lorch, Brömſer von Rüdesheim, Türkheim, Venningen, Windeck hervorragten. Ein Anlaß war bald gefunden. Johann Hilchen von Lorch und Gerhard Borner hielten zwei Einwohner von Zell auf der Burg Thann fünf Monate lang in ungerechter Haft. Endlich gaben ſie die Gefangenen gegen das ihnen abge⸗ preßte Verſprechen von 5000 Gulden Löſegeld frei, der Kurfürſt von Trier aber, deſſen Lande ſie angehörten, verbot ihnen, die Zahlung zu leiſten. Das mochte man wohl erwartet haben, denn ſofort traten Hilchen und Borner ihre Forderung an Sickingen ab, und dieſer ließ am 29. Auguſt 1522 dem Kurfürſten zu Ehren⸗ breitſtein ſeinen Fehdebrief übergeben. Während Richard in der Eile die Streitkräfte ſeines Erzſtiftes zuſammenzog, ſich um Schutz

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