Aufsatz 
Beiträge zur Lehre vom griechischen Pronomen : Ὄδε und οὗτος bei Aeschylus / von Philipp Braun
Entstehung
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Wenn nun aber sich im Wortvorrath der griechischen Sprache zwei Pronomina fanden, die im wesentlichen nur dadurch verschieden waren, dass das eine derselben mehr als das andere nach der Ferne wies, so musste es nahe liegen, auch ihren Unterschied für den Zweck einheitlicher, harmonischer Satzgestaltung nutzbringend zu machen. Für das starre Substantiv, welches den Gegenstand nach irgend einem, vielleicht längst dem Bewusstsein entschwundenen, Merkmale feststehend bezeichnete, war eine solche immanente Prädicirung nicht möglich, in das inhaltlosere Pronomen, das nur den zeigenden Begriff und die weitere und nähere Entfernung enthielt, liess sich noch etwas von dem Prädicat hineintragen, wodurch es proleptisch mitprädicirt ward. Es wurden also einmal die beiden Pronomina in Synthese gebracht zu den zeitlichen Anschauungen, die im Verb vor- traten. Wenn aber nun das Augment, wie Curtius Verbum 12² 107 ff. mit hohem Grade von Wahrscheinlichkeit annimmt, ursprünglich ein demonstratives Zeitadverb ist, das man sich am richtigsten vorzustellen habe, wie jenes εrνϑα, mit dem die Erzählung der Odyssee beginnt»ν die Gegenwart einer solchen Verweisung gar nicht bedürfe, da diese erst durch den Gegensat⸗z gegen die Vergangenheit zum Bewusstsein kommt, was liegt da näher, als unter bestimmten Verhältnissen das augmentirte Verbum mit jenem gleichfalls in die Ferne weisenden obos in Synthese zu setzen. Die Form der Vergangenheit aber, welche etwas als vom Stand- punkt des erzählenden Subjectes aus vergangen bezeichnet, ist nicht die allein mögliche. Die Grammatiker(s. Boekh-Bratuscheck Encyclop. S. 759 f.) unterscheiden eine doppelte Zeitform von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, nämlich die subjective Zeit, die sich nach dem Standpunkte richtet, welchen der Erzählende oder Betrachtende zu dem be- sprochenen Vorgange einnimmt, und die objective Zeit, vermöge welcher die Handlung nach dem zeitlichen Standpunkte desjenigen bemessen wird, über welchen der Betrachtende oder Erzählende etwas mittheilt, welcher also Object der Betrachtung ist. Die Person des Betrachtenden kann natürlich dabei mit derjenigen, welche von ihm besprochen wird, identisch sein, d. h. er kann auch über sich selbst etwas berichten. Es erhellt, dass für manche Zeitverhältnisse, je nach dem Vortreten der subjectiven oder objectiven Zeit, eine doppelte Darstellung möglich ist. Manches was sich als subjectiv vergangen darstellen liesse(amavi), kann auch als objectiv gegenwärtig(amabam) oder zukünftig geschildert werden(amaturus fui). Manches subjectiv Zukünftige(amabo) kann statt dessen objectiv vergangen sein(amavero). Daneben kann endlich subjectiv Vergangenes in lebhafter Zurückversetzung in die Vergangenheit als subjectiv gegenwärtig geschildert werden (Praes. historicum). Je nach der zeitlichen Auffassung wird nun die Wahl des Pronomens stattzufinden haben. So wird sich also manches scheinbar Verwirrte, was wir über die Synthese mit den zeitlichen Verhältnissen oben besprachen, besser gliedern*).

Es ist jedoch nicht allein der Zeitbegriff, welcher die Wahl des Pronomens beein- flussen konnte. Auch die Person konnte von Einfluss sein, sofern sich der Redende in einen stricten Gegensatz zu andern setzt, wenn sein Egoismus den Altruismus überwiegt, der andere als ein»Nichtich« erkannt und ausdrücklich hingestellt ist(§. 4 6).

mO⁵ τενπτεμς, 500l m½ςᷣꝓνꝙν αἀνπνν 51εσον, Oxo ⁵³ςισνα während es für

*) Ich füge die tabellarische Uebersicht, welche Boekh-Bratuscheck S. 760 aufstellt, hier an mit