Aufsatz 
Beiträge zur Lehre vom griechischen Pronomen : Ὄδε und οὗτος bei Aeschylus / von Philipp Braun
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

Der Satz ist ursprünglicher als das Wort, d. h. jedes Wort, also auch das blosse Wurzelverb ist bei seinem Entstehen als Satz gedacht worden. Der sprachbildende Mensch fasst das Object seiner Sinneswahrnehmung mit der hervorstechenden Thätigkeit oder Eigen- schaft, die er von diesem Object aussagen will, zunächst zusammen. Nun kann aber das Prädicirte zur lautlichen Vertretung des wahrgenommenen Objectes, über das es prädicirt war, verwandt werden, d. h. es kann zum Nomen u. s. w. werden, über welches nun aufs Neue eine verbal gedachte Prädicirung statt finden kann, d. h. das ursprünglich als Satz Gedachte erstarrt zum Wort. Wenn nun die einsilbigen Sprachen diesen Standpunkt im Wesentlichen nicht überschritten haben und nur durch die Stellung die Bedeutung der Wurzeln für den Satz bezeichnen, so tritt in anderen Sprachen, wenn sich Worte zu einem Satze verbinden, das Bedürfniss eines engeren Zusammenschlusses der einzelnen Satztheile vor. Aus der Agglutination wird im Indogermanischen durch inniges Verwachsen der form- bildenden, ursprünglich selbständig gedachten, Theile mit der materialen Wurzel die Flexion. Wie nun aber in der Flexion sich die einzelnen Theile lautlich beeinflussen und erst da- durch eng zu einer Einheit verwachsen, so tritt auch in der Syntax immer wieder das Bestreben möglichst innigen Zusammenschlusses der Satztheile durch gegenseitige Becin- flussung vor. So wird das dem Subject zugesprochene Genus nochmals im Attribut und Prädicatsadjectiv zum Ausdruck gebracht, Zahl- und Personenbezeichnung des Subjectes werden auf das Prädicat übertragen, während an und für sich die einmalige Bezeichnung von Geschlecht u. s. w. genügt hätte. Es war völlig ausreichend zu sagen d d˙‿⁴ς dyα ε&ε, Aε⁵† ναάς ε&, Syd s, wuels dyad eo, ja es ist sogar hierbei noch Ueberflüssiges. Dasselbe Ringen, welches Prädicat und Attribut, entsprechend dem Subject gestaltet, zeigt aber auch rückwirkende Kraft. Wie in der Flexion das materiale Element unter dem Einfluss des formgebenden sich verändert, so wird, wo eine Möglichkeit dazu vorliegt, auch noch in der späteren Sprache das Subject nach dem Prädicat gestaltet. So sind in dem Satze oi sx zis dyο αννιοισπτοι εασννον die Leute, die eigentlich su dyood sich befinden, doppelt prädicirt, indem sie der Sprechende unter dem Einfluss des noch kommenden †ρνv ohne weiteres sex xiν ανods nennt. Ebenso ist es in dem Sat⸗z oννĩ᷑οπο ot ν τνν πσνων gννανe. Wenn der Grieche anstatt aννεκ πι⁴νν soczy Sagt dπαι ππάωμον ⁵σσεν, so liegt diesem Pleonasmus in letzter Linie dasselbe Streben nach engem Zusammenschluss zu Grunde, wie der vorherstehenden Brachylogie. So ist in dem Satze olde ⁴οωςκαmνμνεκν statt Hurrs ⁴ονεκ.ςεμν das Subject unter dem Einfluss des erwarteten Prädicates mitprädicirt. In dem Satz riürrtel su Oννινν empfindet der Grieche nur einen einheitlichen Vorgang. Es gehört erst Reflexion dazu, die Zwischenmomente zwischen den Endpunkten des Bildes festzustellen. Ein solches Ringen nach Zusammenschluss findet sich sogar zwischen zwei Sätzen, so zal αα⁶ν νιυν elnrs, st ur³εσνε statt acõ d stzrs, st 6 d.. Auch auf das Object erstreckt sich dies: sigöxs Sεε. ꝛ⁊z S*,⁴τν⁷. Besonders ist das beim Infinitiv der Fall nach Verbis, denen eine negative Kraft inne wohnt, so wenn der Grieche statt alν σε αeεέα sagt 2ομ 1 diεleᷣeναά und da- durch den Inhalt oder das Resultat des νν mit zum Ausdruck bringt. Ueberhaupt bieten die Negationen(man denke an die Häufung derselben) gewichtige Analogien, endlich wird das Capitel von der Attraction z. Th. unter denselben Gesichtspunkt fallen.