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§. 14.
Anhang.
Es können endlich in scheinbarem Widerspruch zu dem Bisherigen Verhältnisse, die räumlich entfernt oder die vergangen sind, so lebhaft der Anschauung vorliegen, dass sie als gegenwärtig betrachtet werden, besonders bei heftiger Gemütsbewegung oder in leb- hafter Schilderung.(Man vergl. diesen Gebrauch mit dem des Präsens historicum). Dann tritt 3: statt osroc ein. So gebraucht die Seherin Kassandra, da sie Alles im Geiste klar vor sich sieht, fast stets öde, besonders von den Gräueln im Hause der Atriden, ob- wohl dieselben entweder vergangen sind, oder, wenn auch gegenwärtig, doch nicht in ihrer Nähe vor sich gehen. Man vergl. Ag. 1095, 1096, 1101, 1107, 1110, 1212, 1217, 1223, 1239, 1231.(Ueber oszos in ihren Worten vergl. 1258§. 16, 1289§. 8, 1303§. 16, 1328 §. 11). Suppl. 259 sagt der König, da er die fernen Gränzen seines Reiches im Geiste vor sich sieht, z̈̈ςε e᷑mπm ⁊⁵dε ρᷣmω. Sept. 404, 408. Choeph. 37(§. 12). Eum. 46, 57, 231.
Häufig tritt dieser Fall ein, wenn ein Bote ferne Zustände oder vergangene Vorgänge meldet. Ihn beschäftigt ja nichts so lebhaft, als was er mitzutheilen hat, er bildet gleichsam das Bindeglied zwischen dem Hier und Dort, dem Jetzt und dem Damals. So Septem. 54, 424.
Pers. 309 sagt der Bote von den fernen zu Grunde gegangenen Heerführern o*' A,αμα νρ⁴σον viαιμινιμ̈νο αἀιοςσον τυωνμυιν α5ναꝑ 313 Aoxredig, 4. α. O. o?de vαs S/ 1ιές 1τεα⁴ον. 340..„ρνν dexde d' ν τυνεᷣ αος εμαακνιααιο. Ferner[329], 344, 345, 450, 491.
Eine solche lebendige, erregende Mittheilung ruft bei dem Hörer oft eine gleiche Erregung wach. So in den Persern, in welchen überhaupt auch in erzählenden Partien der Gebrauch von 5«* statt oöuroc überraschend häufig ist. Man vergleiche Pers. 192, 233, 437, 438(§. 7 5) 439(§. 7 p), 446(§. 7 S), 478, 719(§. 12), 723, 729, 737, 741 (§. 12) 762(§. 12), 766, 785, 846.
Vielleicht hängt dieser Gebrauch mit der Absicht des Dichtes zusammen, seinen Landsleuten ein lebhaftes Bild des grossen Siegestages vorzuführen. Jene Ereignisse, die zu gewaltig sind, als dass sie sich auf der Bühne darstellen liessen, können nicht klarer veranschaulicht werden, als durch lebhafte Schilderung des niederschmetternden Eindruckes, den ihre Kunde auf die stolzen Ueberwundenen hervorbringt. Sie empfinden das Ver- gangene, da sie es jetzt erst hören, als gegenwärtig. Somit hat das ganze Stück, in welchem überhaupt die Handlung fast völlig zurücktritt, mehr einen epischen als dramatischen Charakter. Damit steht im Zusammenhang, dass wir dem ächt deiktischen 5*(s.§. 1) so unverhältnissmässig selten in dem Stücke begegnen.(13 mal, dagegen 45 mal im Prom., 33 mal in den Sept., je 50 mal in den Suppl. und Choeph., 62 mal im Agam., 71 mal in den Eum.).
Endlich zeigt sich öfters 5Gæ statt ouros in den Chorgesängen. So Sept. 312, 337, 356, 726. Pers. 119. Suppl. 402, 405, 575(§. 12), 708. Ag. 57, 363, 396, 409(§. 9), 428, 479, 681, 1029, 1335. Vielleicht dient zur Erläuterung folgende Erwägung: Der Chor hat eine doppelte Stellung, einmal ist er an der Handlung selbst betheiligt(so zumeist in den Suppl., wo sich die Handlung um das Schicksal des Chores dreht), daneben aber steht er auch vielfach wie ein objectiver, leidenschaftloser Richter über dem verworrenen Getriebe


