Aufsatz 
{I. Rede zur Gedächtnis-Feier am 18. Oktober 1888 : Realgymnasium zu Cassel / gehalten von Hermann Siebert
Entstehung
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X.

Solyman will nach Gaza, das Heer der Agypter aufzusuchen; er reitet den ganzen Tag. Als er in später Nacht endlich halt gemacht und eingeschlafen, weckt ihn eines Greises Stimme, der sich erbietet ihn nach Jerusalem hineinzubringen. Der Alte heilt schnell des Sultans Wunden, er fährt ihn auf seinem Wagen, den eine schützende Wolke umgibt; es ist Ismen, der uns bekannte Zauberer. Als sie vor der Stadt absteigen, verschwindet der Wagen. Ein unterirdischer Gang, von Herodes einst gebaut, führt sie zum Beratungszimmer des Königs. Dieser fragt eben, was geschehen soll. Argant ist, wie immer, voller Mut. Orkan weist auf die drohende Hungersnot, auf die Unwiderstehlichkeit der Christen hin, auf das Schicksal Solymans, der wohl tot oder gefangen ist. Da teilt sich die Wolke. Der Sultan erklärt jeden für einen Verräter, der von Frieden reden wolle, und stärkt Aladins Mut aufs neue.

Gottfried hat seine Toten begraben und auf den zweitnächsten Tag Sturm auf die Stadt beschlossen. Die fünfzig Helfer im Kampf hat er zu sich geladen; es sind die zu Armida ent- wichenen Ritter und Tankred. Von Gottfried zum Bericht aufgefordert, erzühlt der Britenfürst: Auf einer Insel im toten Meer liegt Armidens Schloss. Dort wartete ihrer Verehrer ein köstliches Mahl. Dann trat die Zauberin mit Buch und Zauberstab ein und verwandelte ihre Gäste in Fische, die in den See tauchten. Nachdem sie so ihre Macht bewiesen, gab sie ihnen menschliche Gestalt zurück. Sie sollten ihren Glauben abschwören und wider Gottfried kämpfen. Nur Rambald leistete den Schwur, die anderen wurden eingekerkert. Dann sollten sie als Geschenk dem König von Agypten zugeführt werden. Rinald überflel den Zug und befreite sie. Jetzt weiss man, dass dieser lebt. Peter der Eremit verkündet mit prophetischer Begeisterung den weitern Ruhm des jungen Helden sowie den seines Geschlechts, der Este, und fordert zu Rinaldos Rückberufung auf.

XI.

Ehe der Sturm gewagt werden soll, hält Gottfried auf Peters Rat einen feierlichen Bittgang zum élberge; am nächsten Morgen führt er die Scharen gegen die wohlverteidigte Stadt. Mit aller Art Sturmgerät wird der Angrift versucht. Argant und Clorinde sind wieder tapfere Schirmer. Von Clorindens Pfeilen fällt auch Bischof Adhemar von Puy. Als ein Wandelturm Bresche gelegt und Gottfried eindringen will, trifft ihn ein Pfeil in den Schenkel, wohl von Clorindens Bogen. Er muss vom Sturm selbst ablassen und Guelf den Oberbefehl übergeben. Das schwächt den Mut der Christen; und als auch Guelt, Raimund, Eustaz von Steinen verwundet sind, stürzen sich Argant und Solyman aus der Maueröffuung auf die Franken, legen an Turm und Belagerungswerke Feuer und verbreiten Schrecken und Verwirrung. Tankred naht. Auch Gotttried kehrt zum Heere zurück, nachdem der Pfeil aus der Wunde entfernt ist. Neuer Kampf an der Bresche, bis die Nacht ein- tritt. Was von dem Belagerungswerkzeug übrig ist, wird zurückgeführt und über Nacht ausgebessert.

XII.

Auch die Feinde bessern die Mauern. Clorinde, voll Schmerz, dass sie nur aus der Ferne kämpfen durfte, will den wiederhergestellten Wandelturm mit Feuer vernichten. Argant verlangt teilnehmen zu dürfen. Solyman, der auch mitziehen möchte, lässt sich vom König bestimmen am Thor als Schutz zu bleiben. Ismen verspricht leicht zündendes Feuer zu bereiten. Clorinde kleidet

sich in schwarze Rüstung; ihr alter Diener sucht sie vergeblich von dem nächtlichen Ausfall zurück- 3