VIII.
Die Furie Alekto wird zu neuem Unheil von dem Fürsten der Finsternis aufgestachelt. Ein Ritter meldet Gotifried, dass Sveno von Dänemark, den ein Bote Gottfrieds zu raschem Nahen aufgefordert hatte, nachdem er sich durch Feindesmassen bis Palästina durchgeschlagen, mit 2000 Mann einer zwanzigmal stärkeren weindesmacht erlegen sei, die Solyman geführt. Ein Klausner, der den Ritter vom Schlachtfeld entsandt, hat diesem Svenos vortreffliches Schwert mitgegeben, von dem einst Solyman fallen soll. Es ist für Rinald bestimmt. Des Ritters Bericht weckt neue Sehnsucht nach dem jugendlichen Helden. Da bringen Leute, die nach Futter ausgezogen, Rinalds Waffenrock und seine blutbefleckte, zerhauene Rüstung. Bei dem Leichnam fehlte das Haupt und die Rechte. Ein Bauersmann wollte in der Hand aus dem Walde kommender Kriéger ein jugend- liches Haupt mit blonden Locken gesehen haben; die Krieger schienen, der Kleidung nach, Franken zu sein. Bouillon— so scheint es einem Anhänger Rinalds, Argillan vom Trontostrande,— hat den Jüngling ermorden lassen; Alekto hat Rinalds Geist im Traum ihm dies verkünden lassen. Der wilde, im Bürgerzwist mit Hass und Wut genährte, aus seiner Heimat vertriebene Mann regt die Italiener gegen Gottfried und seine Franken auf; Helvetier und Briten schliessen sich an, da die besten Führer fern sind. Gottfried tritt den Scharen im Harnisch, ohne Helm und Schild, mit dem Scepter entgegen. Dem Volk soll verziehen werden, Argillan muss büssen. Er wird eingekerkert. Der Aufruhr ist gestillt.
IX.
In eines Arabers Gestalt eilt Alekto zu Solyman, dem früheren Sultan von Nicia, welcher die Araberhorden um sich gesammelt hat, ihn auffordernd, statt der Raubzüge an der Küste, einen Uberfall Gottfrieds zu wagen; dann setzt sie, als Bote, Aladin von dem Bevorstehenden in Kenntnis. Um Mitternacht erscheint Solyman. Die Lagerwachen melden das Nahen. Der Kampf beginnt. Furchtbar wütet Solyman mit seiner Schar. Latin mit fünf Söhnen fällt unter seiner Hand. Gott- fried naht gewaffnet. Auch Argant und Clorinde sind ausgezogen. Ihnen wird Guelf mit der Hälfte des Heeres entgegengeschickt. Gottfried sucht Solyman selbst im Kampf zu erreichen und bringt auf seiner Seite die Schlacht zum Stehen. Argants und Clorindens Scharen wirtt sich Guelf mit den Seinen entgegen, während noch die Höllengeister, in tausend Wolken den Luftraum füllend, die Erde verdunkeln. Da entsendet Gott der Herr den Erzengel Michael, dass er die finstern Geister zur Tiefe scheuche. Es geschieht. Es wüten Argant und Clorinde unter den Franken; Gildippe mit Odoardo, ihrem Gemahl, thut ebenso Wunder der Tapferkeit auf der Franken Seite. Guelf verwundet Clorinde; einen zweiten Hieb nach ihr fängt ein Heide, Osmid, mit seiner Stirn auf.
Argillan hat sich aus dem Gefängnis befreit, er brennt vor Begier den Flecken auf seiner Ehre zu tilgen. Nach manchem Helden muss auch ein zarter Edelknabe, Solymans Liebling, seinem Schwerte erliegen. Der Sultan sieht es, gibt den Kampf mit Gottfried, der ihn endlich erreicht hat, auf und rächt den Teuren in Argillans Blut. Gottfried wirft unterdes die Scharen der Araber und Türken, unterstützt von einer plötzlich erscheinenden Schar von 50 Rittern; auch Guelf dringt unaufhaltsam vor. Aladin lässt zum Rückzug blasen. Argant und Clorinde sind nur schwer dazu zu bringen, den Kampf zu enden. Solyman, unschlüssig, ob er fliehen soll oder sich selbst den Tod geben, zieht die Flucht vor, entschlossen immer von neuem dem Feinde entgegenzutreten.


