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bricht seinen Willen nicht. Aber Eustaz, von Liebe entflammt, tritt für sie ein. Er will als Schützer der hilflosen Frau Ritterpflicht üben. Andere Ritter, die dem Heer freiwillig gefolgt, stimmen ihm bei. Gottfried gibt nach. Sie weiss durch weibliche Künste bald eine Menge von Verehrern an sich zu ketten.
V.
Der Führer der freien Ritter, Dudo, war im Kampf gegen Argant gefallen. Gottfried ver- langt, sie sollen sich erst ein neues Haupt wählen, das die zehn Helfer für Armida bestimme. Eustaz bietet Rinald die Führerschaft an, um von ihm nicht bei Armida verdrängt zu werden, vielmehr durch ihn seinen Wunsch sich gewähren zu lassen. Bei Gernand, einem Helden aus norwegischem Königsstamm, regt sich die Eifersucht gegen Rinald: er sucht diesen herabzusetzen. Als der junge Held mit eigenen Ohren von ihm verächtliche Worte hören muss, zieht'er das Schwert und erschlägt. den Gegner. Da Gottfried ihn strafen will wie jeden anderen Schuldigen, denkt Rinald daran, mit diesem zu kämpfen, lässt sich aber durch Tankred und seinen Oheim Guelf bestimmen nach Antiochien zu Bohemund zu gehen, bis man seine Dienste bedürfen wird. Er verlässt mit zwei Knappen das Lager, dürstend nach Heldenthaten. Guelf bringt Gottfried die Kunde hiervon.
Armidas Versuchen ihn zu fesseln widersteht Gottfrieds nur seinen hohen Aufgaben geweihtes Herz. Tankred ist durch seine Liebe für Clorinde gegen die Versuche der schönen Zauberin geschützt; die anderen weiss sie mit Liebe für sich und mit Eifersucht und Neid gegen einander zu erfüllen. Gottfried ordnet die Auslosung der zehn an, von denen einer Rambald heisst; nachdem diese abends mit Armida fortgezogen, folgt nachts eine grosse Menge anderer, als erster unter ihnen Eustaz. Kaum hat Gottfried erfahren, dass eine grosse Schar von Rittern sein Lager verlassen hat, als die Nachricht kommt, dass die Agypter nahen, dass ein Nahrungsmittelzug von Arabern überfallen und weggenommen ist. Man fürchtet eine Hungersnot, kaum vermögen Gottfrieds kluge und mannhafte Worte den Mut der Seinen wieder zu heben.
VI.
Die Stadt hat neuen Vorrat bekommen, die Wälle und Mauern sind verstärkt. Argant drängt zur Schlacht, er will sich wenigstens zum Zweikampf erbieten zur Entscheidung des Krieges. Aladin erhofft Hilfe von Solyman, dem ehemaligen Sultan von Nicäa, der in Arabien Truppen sammelt. Er gestattet Argant die Herausforderung zum Einzelkampf. Ein Herold geht zu Bouillon. Argant zieht aus; Clorinde, auf Aladins Gebot, mit 1000 Mann ihm nach. Tankred wird zum Kämpfer bestimmt; als er dem Feinde entgegenreitet, sieht er in der Ferne Clorinde; wie verzaubert, von Starrheit ergriffen, macht er halt, des Gegners nicht mehr gedenkend. Ein junger Ritter, Otto, reitet vor, greift Argant an, wird nach kurzem Kampf besiegt und schwer verwundet. Jetzt weicht von Tankred der Zauber. Sein Angriff rettet Otto vom Tode; furchtbar ist der Kampf der einander würdigen Gegner mit Lanze und Schwert, zu Ross und zu Fuss. Sie bluten aus mancher Wunde; da tritt die Nacht ein, Herolde gebieten halt. Argant verlangt baldige Erneuerung des Kamptes, dieser soll nach 6 Tagen, wenn die Wunden geheilt sind, stattfinden. Beide beschwören diese Verabredung. Alles Volk hat, auf beiden Seiten, an dem Kampf lebhaftesten Anteil genommen, niemand aber mehr als Erminia. Sie, die Tochter des Königs Kassan von Antiochien, war in die Hand der Christen bei Eroberung jener Stadt gefallen. Von Tankred freundlich behandelt und in Freiheit gesetzt. liebt sie ihn. Mit ihrer Mutter ist sie flüchtig zu Aladin gekommen. Von einem


