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Lateiniſchen und Griechiſchen unterzogen, auch der neueren Sprachen zugelaſſen. Zu der Bau⸗ und Gewerbe⸗ akademie in Berlin, zu ſämtlichen techniſchen Hochſchulen, zu den Forſt- und Berg⸗Akademien war ihnen der Weg geöffnet und die Möglichkeit geboten, ſich ſpäterhin in den hier einſchlagenden Fächern den Staats⸗ prüfungen zu unterziehen. Abiturienten, die ſich dem Offiziersſtande zu widmen gedenken, ſind ſeit jener Anerkennung von dem Portepéefähnrichsexamen befreit. Die Reichs⸗Poſt nimmt die Abiturienten als Eleven an. Der Nachweis der Reife zur Verſetzung nach Unter⸗Prima berechtigt zum Studium der Zahnarznei⸗ kunde, das Zeugnis für Ober⸗Secunda zur Aufnahme als Apothekerlehrling u. ſ. w.
Die dauernden Aenderungen, welche ſeit Abſchluß der Reorganiſation in der Zuſammenſetzung des Lehrer⸗Collegiums eingetreten ſind, faſſen wir in Folgendem zuſammen.
Im Auguſt 1880 trat Dr. K. Baltz, bis dahin Reallehrer in Oppenheim, an die Stelle des an das Gymnaſium zu Darmſtadt verſetzten Collegen Blaſe. Dr. J. P. Muth, ſchon lange Zeit leidend, erlag am 3. Mai 1881 einem Lungenübel und wurde anfänglich durch Acceſſiſten, vom 20. September an durch den ſeitherigen Lehrer an der höheren Mädchenſchule und dem Lehrerinnenſeminar zu Darmſtadt Dr. H. Menſch erſetzt. Reallehrer Dr. Taſche, dem am 13. Mai 1880 durch Allerhöchſtes Dekret der Charakter als Profeſſor verliehen worden war, wurde am 23. Februar 1881 auf ſein Nachſuchen und unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, unter Verleihung des Ritterkreuzes I. Klaſſe des Philippsordens, in den Ruheſtand verſetzt, nachdem er, wie das Programm von 1882 bezeugt, in faſt vierzigjähriger ſegensreicher Wirkſamkeit ſeine ganze Kraft und ſein reiches Wiſſen in uneigennützigſter Weiſe unſerer Schule gewidmet hatte.
Am 3. April 1881 wurde der Bauacceſſiſt H. Müller mit der Verwaltung der Zeichenlehrerſtelle beauftragt, die er heute noch, und zwar ſeit dem 13. September 1882 definitiv, inne hat, und am 25. April 1881 trat Dr. K. Koſt als Acceſſiſt in das Collegium ein, dem er ſeitdem durch Allerhöchſtes Dekret vom 15. Mai 1885 dauernd und definitiv eingereiht worden iſt. Der Großh. Reallehrer Dr. O. Bu chner wurde am 12. September 1882 von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog durch Verleihung des Profeſſor⸗ titels ausgezeichnet. Der heute noch als viſſenſchaftlicher Hülfslehrer an der Schule wirkende College G. Hedderich gehört ihr ſeit Frühjahr 1883, wo er zum Acceß zugelaſſen wurde, an. Der wiſſen⸗ ſchaftliche Hülfslehrer Dr. Sturmfels und der Volontär Theodor Taſche ſind im Frühjahr 1886 in das Collegium eingetreten.
Ueber die durch das Ab⸗ und Zugehn anderer, der Anſtalt nicht auf die Dauer angehörender Acceſſiſten
und Hülfslehrer verurſachten Perſonalveränderungen, gibt der unten folgende Anhang 1 Auskunft, auf den wir hiermit verweiſen.
Hinſichtlich der inneren Organiſation hatten die tiefgreifenden Umgeſtaltungen der Jahre 1878 und 1879 nicht allzu viel mehr zu thun übrig gelaſſen. Das Augenmerk der Schulleitung mußte hauptſächlich auf zwei Punkte gerichtet bleiben: einmal auf die allmählich zu vollendende Trennung der Klaſſen I. O. von denen der II. O., und ſodann auf die Weiterentwicklung des Unterrichtsplanes der Realſchule I. O. im Sinne der preußiſchen Reorganiſation vom Jahre 1882. Dieſe Reorganiſation hat den lateiniſchen Unterricht bekanntlich auf Koſten der Mathematik und Naturwiſſenſchaften dergeſtalt verſtärkt, daß das Lateiniſche an Stundenzahl vor allen Fächern heute den Vorrang behauptet. Zugleich hat ſie den Realſchulen I. O. den Namen Realgymnaſium verſchafft, als äußeres Zeichen einer wenigſtens teilweiſen Gleichberechtigung mit den humaniſtiſchen Gymnaſien. 3
Unſere Schule aſſimilierte ſich den preußiſchen Realgymnaſien ſchon im Schuljahre 1882/83, ſoweit es für den Augenblick thunlich ſchien. Der lateiniſche Unterricht wurde annähernd auf die in Preußen ihm


