Aufsatz 
Geschichte der Anstalt von 1837-1887
Entstehung
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Zwei ſchon im Herbſt 1877 gegründete proviſoriſche Lehrerſtellen wurden mit Beginn des Schuljahres 1879/80 in definitive verwandelt, und in drei gleichzeitig neu errichtete Stellen traten Adolf Mitzenius, bis dahin 1. Lehrer an der ſtädtiſchen Knabenſchule dahier, der Pfarrvicar Franz Schwabe und der Lehrer Emanuel Schmuck ein, welche ſämtlich bis heute an der Anſtalt wirken.

Weitere Perſonalveränderungen waren durch die im Herbſt 1878 erfolgende Penſionierung des Real⸗ lehrers Dr. E. Glaſer und durch das Ausſcheiden des Reallehrers Otto Schädel bedingt worden. Für erſteren trat Heinrich Blaſe, für letzteren Dr. Peter Muth ein, der jedoch wegen lang dauernder Krankheit bis zum Frühjahr 1879 durch die Lehramtscandidaten K. F. Scholl und H. Veith teilweiſe vertreten werden mußte. Den Turnunterricht übernahm, an Stelle des zu Pfingſten 1878 aus Geſundheitsrückſichten zurücktretenden Chr. Rübſamen, für den Reſt des damaligen Schuljahres der Maler Ludwig Möſer aus Gießen.

Für Dr. Scheuermann, der im Herbſt 1879 die Schule auf die Dauer eines Jahres verließ, um ſeiner Militärpflicht zu genügen, traten die Acceſſiſten K. Nagel und Chriſt. Vogel ein, welche beide mit voller Stundenzahl beſchäftigt wurden.

Der katholiſche und der israelitiſche Religionsunterricht wurde von Oſtern 1879 an den Realſchülern dieſer beiden Confeſſionen beſonders erteilt. 4

Vom 1. April 1879 an wurde die ſeither ſtädtiſche Vorſchule mit der Realſchule zu einer einzigen ſtaatlichen Anſtalt vereinigt.

Die finanzielle Tragweite aller dieſer Umgeſtaltungen erhellt aus folgenden Angaben des Programms von 1880:

Im Jahre 1878 waren für die Realſchule 38450 Mark vorgeſehen und die Koſten der Vor⸗ ſchule beliefen ſich auf 6750 Mark. Von dem Geſammtbetrage von 45200 Mark waren 41020 Mark für Beſoldungen und 4180 Mark für ſachliche Ausgaben beſtimmt. Das Budget der nicht reorgani⸗ ſierten Anſtalt für die gegenwärtige Finanzperiode, wie es urſprünglich aufgeſtellt worden war, ent⸗ hielt, da die Schule während der vorhergehenden Finanzperiode bedeutend zugenommen hatte, höhere Beträge. Für die Realſchule waren 43300 Mark vorgeſehen, wozu noch circa 8300 Mark für die Vorſchule gekommen wären. Der Geſamtbetrag hätte alſo, wenn die Reorganiſation nicht eingetreten wäre, die Höhe von 51600 Mark erreicht. Das Budget der reorganiſierten und mit der Vorſchule vereinigten Anſtalt für dieſelbe Periode enthält für jedes Jahr die beträchtlich höhere Summe von 63120 Mark, wovon 58480 Mark für Beſoldungen und 4640 Mark für ſachliche Ausgaben beſtimmt ſind. Der Mehrbetrag von 11520 Mark wird zum größten Teil durch den Zuwachs an Schulgeld beſtritten, welches bei den Klaſſen der Realſchule I. O. und der Vorſchule den an den ähnlichen Anſtalten des Landes beſtehenden Grundſätzen entſprechend erhöht worden iſt.

Amtliche Anerkennung von Seiten des Reiches erfuhr die Erweiterung der Schule am 6. Oktober 1880. Laut Bekanntmachung des Reichsamtes des Innern von dieſem Tage iſt die Großh. Realſchule zu Gießen als Realſchule 1. Ordnung in das Verzeichnis derjenigen Lehranſtalten aufgenommen worden, bei welchen der einjährige, erfolgreiche Beſuch der Secunda zur Darlegung der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt genügt. Ebenſo ſind derſelben, und zwar mit Wirkung vom 20. März 1880, dem Tage der erſten Abiturientenprüfung, auch alle übrigen Rechte verliehen worden, welche von Seiten des Reiches den Königlich Preußiſchen Realſchulen 1. Ordnung und den ihnen gleich⸗ geſtellten Lehranſtalten anderer Bundesſtaaten zuerkannt werden.

Hiermit waren die Abiturienten zum Univerſitätsſtudium der Mathematik, der Naturwiſſenſchaften, der Architektur, des Forſtfaches, der Cameralwiſſenſchaften und, ſofern ſie ſich einer Nachprüfung im

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