Aufsatz 
Geschichte der Anstalt von 1837-1887
Entstehung
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IV. Die Anfalt als Realſchule 1. O.(Realaymnaſium) und II. O., 1879 1887.

Was dem Lehrercollegium ſchon ſeit langen Jahren als erſtrebenswertes Ziel vorgeſchwebt hatte, was insbeſondere vom Direktor Dr. Stein immer aufs neue angeregt wurde, der Ausbau der Anſtalt zu einer Realſchule I. O. im Sinne der preußiſchen Verordnung vom Oktober 1859, das ſollte unter Direktor Soldan ſeine Verwirklichung finden. Das Oſterprogramm von 1879 berichtet über dieſe Um⸗ wandlung wie folgt:

Während des nunmehr zu Ende gehenden Schuljahres wurde damit begonnen, die Anſtalt in eine Realſchule I. O. verbunden mit einer Realſchule II. O. umzuwandeln.

Schon im Anfang des Jahres 1876 war bei Großherzoglichem Miniſterium des Innern darum nachgeſucht worden, daß unſere Schule zu einer Realſchule I. O. erhoben werden möge. Das Geſuch hatte einen abſchlägigen Beſcheid zur Folge, weil damals das Bedürfnis einer ſolchen Anſtalt für Gießen nicht hinlänglich offen vorlag. Im Herbſt 1877 kam die Sache von neuem in Anregung. Am 9. November wurde der Direktor der Anſtalt von dem Bürgermeiſter der Stadt Gießen, Herrn Bramm, dazu aufgefordert, eine die Reorganiſation der Schule betreffende Denkſchrift auszuarbeiten. Dieſelbe wurde am 21. November vorgelegt. Einige Tage vorher war außerdem noch eine mit ſehr zahlreichen Unterſchriften verſehene Adreſſe an die Stadtverordnetenverſammlung eingelaufen, in welcher darum gebeten wurde, daß wegen Umwandlung der Anſtalt in eine ſolche 1. Ordnung bei Groß⸗ herzoglichem Miniſterium des Innern das Nötige eingeleitet werden möge.

Bei der nun folgenden eingehenden Prüfung der vorliegenden Frage wurde noch der frühere Direktor der Anſtalt, Herr Dr. Stein, welcher ſchon ſeit längerer Zeit für die angeregte Reorgani⸗ ſation ſich auf das lebhafteſte intereſſirt hatte, zugezogen, und das von ihm erſtattete Gutachten mit der erwähnten Denkſchrift den einzelnen Mitgliedern des Stadtverordnetencollegs zur genaueren Ein⸗ ſicht vorgelegt. Am 14. März 1878 erfolgte die Abſtimmung. Die Stadtverordnetenverſammmlung faßte mit Einſtimmigkeit den Beſchluß, die Erweiterung der Schule zu einer ſolchen 1. Ordnung in Verbindung mit einer Realſchule 2. Ordnung bei Großherzoglichem Miniſterium des Innern zu be⸗ antragen und zugleich darum nachzuſuchen, daß die einſtweilen proviſoriſche Errichtung einer Unter⸗ Prima ſchon von Oſtern 1878 an genehmigt werden möge.

Da die Zeit, wenn das Letztere noch zur Ausführung kommen ſollte, außerordentlich drängte, ſo entſchloſſen ſich einige Herren, welche ſeither ſchon der angebahnten Reorganiſation das lebhafteſte Intereſſe gewidmet hatten, für die Durchführung derſelben ſofort einzutreten. Herr Provinzialdirektor Dr. Boekmann befürwortete in einem an Großh. Miniſterium des Innern erſtatteten Berichte die Genehmigung des Geſuches auf das wärmſte. Die Herren Profeſſor Dr. Bratuſcheck, Hof⸗ gerichtsadvokat Diery und Handelskammerpräſident Homberger ſuchten bei Sr. Excellenz dem Herrn Miniſterpräſidenten Freiherrn von Stark uüm Audienz nach. Dieſelbe wurde ihnen am 8. April mit der größten Bereitwilligkeit erteilt, und ſchon am Mittage des nämlichen Tages waren die genannten Herren im Stande, durch den Telegraphen die Nachricht nach Gießen gelangen zu laſſen, daß Großh. Miniſterium die proviſoriſche Errichtung einer Unter⸗Prima genehmige.

Durch Miniſterialverfügung vom 9. April wurde der Direktor beauftragt, mit der Einrichtung des Proviſoriums, aus dem übrigens, bevor die Zuſtimmung der beiden Kammern erfolgt ſei, der Staatskaſſe keine Mehrausgabe erwachſen dürfe, ſofort vorzugehn. Durch Miniſterialverfügung vom 10. April ging demſelben die Auflage zu, den Voranſchlag der reorganiſierten Anſtalt zum Zweck

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