Aufsatz 
Geschichte der Anstalt von 1837-1887
Entstehung
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ſchende Aufregung und Abziehungen mancher Art beeinträchtigt. Mehrere Lehrer und eine nicht geringe Anzahl von Schülern waren längere Zeit als Gehilfen bei der Verpflegung der Verwundeten, der Kranken und der durchziehenden Truppen in Anſpruch genommen; einer der jüngeren Lehrer begab ſich als Mitglied des Sanitätscorps auf den Kriegsſchauplatz. Obgleich das Mögliche geſchah, um die Unterbrechungen und Abweichungen auf das geringſte Maß zu beſchränken, ſo war doch manche Beeinträchtigung nicht zu ver⸗ meiden. Die ſchwerſte Hintanſetzung erfuhr der Turnunterricht; die Turnhalle wurde gleich anfangs ge⸗ räumt und zu einem Reſervelazareth eingerichtet, in welcher Eigenſchaft ſie noch heute mit allen zugehörigen Räumen dient; ſie wird vorausſichtlich noch längere Zeit für ihre eigentliche Beſtimmung unzugänglich bleiben. Inzwiſchen wuchs die Zahl der Schüler in unerwartetem Maße; von 119 Schüler im Jahr 1867/68 ſteigerte ſie ſich auf 176 im Jahr 1868/69 252 1869/70 329 1870/71 364 1871/72 396 1872/73 408 1873/74 456 1874/75

Angeſichts dieſer gewaltigen Entwickelung, für die das beſcheidene Haus am Neuwegerthor keineswegs bemeſſen war, mußte man den Gedanken eines Neubaus ins Auge faſſen. Mit nicht genug zu preiſender Liberalität ſtellte die Stadt die dazu erforderlichen Mittel in Bereitſchaft, ſchon am 29. Auguſt 1873 fand eine Beſichtigung des in Ausſicht genommenen Bauplatzes durch den Großh. Ober⸗Studiendirektor Geh. Rat von Willich ſtatt und am 2. Mai 1874 erfolgte die feierliche Grundſteinlegung. Ueber dieſe Feier gibt das Oſterprogramm von 1875 folgenden Bericht:

Der Stadtvorſtand hatte ſich mit den Lehrern und Schülern im alten Schulhauſe verſammelt, und in geordnetem Zuge begab man ſich auf die Bauſtelle, wo bereits ein zahlreiches Publikum ſich drängte. Die Feier wurde mit dem ChoralAllein Gott in der Höh' ſei Ehr' begonnen; auf dieſen folgte ein die Bedeutung des Aktes würdigender Vortrag des Herrn Beigeordneten Felſing und die Rede des Direktors. Hieran ſchloß ſich dann die Weihe des Grundſteins und die Einſenkung einer großen Flaſche in denſelben, welche mehrere Aktenſtücke über die Gründung und geſchichtliche Entwickelung der Realſchule, Verzeichniſſe der im Laufe der Zeit für dieſelbe thätig ge⸗ weſenen Bürgermeiſter und Stadtvorſtandsmitglieder, ſowie der Direktoren und Lehrer der Anſtalt, ferner eine Anzahl Programme, Zeitungen und ſonſtige Literalien, Münzen und dergleichen Gegen⸗ ſtände enthielt, welche für eine ſpätere Generation etwa von Intereſſe ſein könnten. Herr Stadt⸗ baumeiſter Stief teilte alsdann den Inhalt der Flaſche mit und trug die in dieſelbe eingeſchloſſene Geſchichte der Realſchule vor. Hierauf folgten die üblichen Hammerſchläge und Bauſprüche und die Feier ſchloß mit dem Choral: Lobet den Herrn!

Auch bezüglich des inneren Lebens der Schule und nicht minder bezüglich ihrer Beziehung zu den Behörden brachte das Jahr 1874 wichtige Aenderungen.

Die oberſte Leitung unſeres geſamten höheren Schulweſens wurde vom 1. September an, unter Aufhebung der ſeitherigen Großh. Oberſtudiendirektion, dem Großh. Miniſterium des Innern unmittelbar übertragen und in die Hände einer beſonderen Abteilung dieſer Behörde gelegt. Durch eine Reihe von Verfügungen wurden die Gehaltsverhältniſſe und mehrere weſentliche Punkte in der dienſtlichen Stellung der Lehrer und ebenſo die Dotierung der Realſchule neu geregelt, ſowie verſchiedene in das innere und