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eine des Tages und der Feier würdige, angemeſſene Rede, welche, ſowie das weihevolle Gebet des Herrn Kirchenrats Dr. Engel im Druck erſchienen ſind, unter dem Titel:„Rede zu der feierlichen Eröffnung der Realſchule zu Gießen, gehalten in der Stadtkirche von dem Realſchuldirektor Prof. Dr. Braubach. Gießen 1837“. Nach Beendigung der gehaltvollen Rede erklärte der Realſchul⸗ direktor die acht weiter ernannten Lehrer als in ihr Amt eingewieſen und die Realſchule für eröffnet. Der letzte Vers des Kirchenliedes:„Nun danket alle Gott“, vierſtimmig geſungen, und der geiſtliche Segen beſchloſſen eine Feierlichkeit, welche in der würdevollſten Haltung und geſpannteſten Aufmerk⸗ ſamkeit der verſammelten Menge das hohe Intereſſe für die Sache auf eine erfreuliche Weiſe an den Ta) legte. Am Abend desſelben Tages hatten ſich die höchſten Staatsbeamten der Stadt und der Univerſität mit dem Stadtvorſtande, mit Bürgern und mit den Lehrern zu einem feſtlichen Mahle im Buſchiſchen Garten vereinigt, bei hundert und fünfzig Perſonen. Angemeſſene Toaſte, wovon der erſte von dem Realſchuldirektor:„Seiner königlichen Hoheit, unſerem Allerdurchlauchtigſten Großherzoge, dem hohen Vorbilde in Förderung von Kunſt und Wiſſenſchaft, von Intelligenz und edler Geſittung ſeines Volkes!“ mit dreimaligem, kraftvoll wiederhallendem Lebehoch der heiteren Verſammlung ertönte, und die übrigen für unſeren durchlauchtigſten Erbgroßherzog und das hohe Großherzogliche Haus, unſere hohe Staatsregierung, den Großherzoglichen Bürgermeiſter und den Stadtvorſtand der Stadt Gießen u. ſ. w. unter gleichem ſchallenden Lebehoch folgten, beſchloſſen mit dem Mahle auf fröhliche Weiſe den feſtlichen Tag..
Am Morgen desſelben Tages war dem Realſchuldirektor Prof. Dr. Braubach von einem tüchtigen Lehrer des hieſigen Großh. Gymnaſiums, Herrn Dr. Winckler, eine ſehr ſchöne Feſtode zum freundlichen Gruße der neuen Schweſteranſtalt des Gymnaſiums zugeſendet worden, mit der Aufſchrift:„Die XXVIII. Mens. April. Anni MDCCCXXXVII. Gissae consecratae scholae in qua doctrinae ad vitam communem spectantes traduntur gratulatur Professori Dr. Guilelmo Braubachio nunc recens creato moderatori ludi laudati Dr. H. Guilelmus Winckler“, überſchrieben:„Gymnasii minor natu soror salutatur“, und altbieder beginnend mit „Germana salve!“
II. Die vierklaſſige Realſchule, 18337— 1869.
Die neue Anſtalt trat zunächſt nur mit 3 Klaſſen ins Leben; eine vierte ſollte ſie aus ſich ſelbſt entſtehen laſſen.
Der Unterrichtsplan entſprach in allem Weſentlichen den von der Stadt geäußerten Wünſchen.
Der Eintritt in die Realſchule ſollte in der Regel nicht vor dem zurückgelegten 10. Jahre ſtattfinden. Der eintretende Schülex ſollte Kenntnis der bibliſchen Geſchichte in angemeſſenem Umfang beſitzen, richtig und gut leſen, orthographiſch richtig ſchreiben und Geleſenes richtig auffaſſen können und in den Elementen des Rechnens geübt ſein. Wer nur die beiden oberen Klaſſen beſuchen wollte, ſollte Bekanntſchaft mit den Elementarſätzen von der Gleichheit der Dreiecke und mit der Fllächenberechnung, völlige Vertrautheit mit den gemeinen und den Dezimalbrüchen und mit deren Anwendung auf mehrfach benannte Zahlen, womöglich


