Aufsatz 
De Demetrii Phalerei vita, rebus gestis et schriptorum reliquiis : Part II / Christian Ostermann
Entstehung
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wurden am erſten Prüfungstage die Probezeichnungen der Selectaner und die Zeichenheften der Quartaner, OQuintaner und Sextaner, am zweiten Prüfungstage die kalligraphiſchen Hefte der Schüler der drei genannten Claſſen einer Reviſion unterworfen.

An den beiden genannten Tagen fand nach Beendigung der Claſſenprüfungen, wie in den vorher⸗ gehenden Jahren, in Gegenwart des Lehrercollegiums, für die Schüler aller Claſſen ein Probeturnen ſtatt, welches für die drei oberen Claſſen, wegen ungünſtiger Witterung, in der Turnhalle, für die drei unteren Claſſen aber auf dem Turnplatze gehalten und mit vaterländiſchen Geſängen eröffnet und mit Turnſpielen beſchloſſen wurde..

23. Am 24. September wurde das Sommerſemeſter in herkömmlicher Weiſe mit einer öffentlichen Schulfeierlichkeit geſchloſſen. Bei derſelben hielt der Oberprimaner Karl Prehler einen lateiniſchen Vor⸗ trag:De belli Marsici causis et eventu, der Unterprimaner Bardo Roth einen deutſchen Vortrag: Über die Urſachen der Entartung des römiſchen Volkes in den letzten Zeiten der Republik, der Unter⸗ primaner Conſtantin Walter ebenfalls einen deutſchen Vortrag:Ueber den Einfluß der Phönicier auf die Cultur der alten Welt. Gedichte wurden declamirt von dem Oberſecundaner Joſeph Lammeier, dem Unterſecundaner Johann Modeſt, dem Obertertianer Auguſt Jakobi, den Untertertianern Rudolf von Biſchoffshauſen und Hermann Jäger, den Quartanern Anton Kriſch und Wilhelm Lieblein, den Quintanern Albert Schwartz und Gottlieb Wendel, den Sextanern Adolf Braun und Ludwig Knorz. Überdies wurden ſowohl von dem erſten als von dem zweiten Sängerchore des Gymnaſiums größere Geſangſtücke vorgetragen.

Nach der Schlußfeierlichkeit fand, als Privatact der Schule, in den Claſſenzimmern die Austheilung der Cenſuren und die auf die Geſammtleiſtungen der Schüler gegründete Collocation derſelben ſtatt.

24. Durch Allerhöchſtes Reſcript vom 11. September, mitgetheilt durch Miniſterialbeſchluß vom 3. October, wurde der Gymnaſialhülfslehrer Friedrich Becker zum Lehrer an der Realſchule zu Hanan mit einem Jahresgehalte von 400 Thalern allergnädigſt ernannt. Mit dem Schluſſe des Sommerſemeſters ſchied derſelbe aus ſeinem Wirkungskreiſe an dem hieſigen Gymnaſium, welches in ihm einen berufstüchtigen, eifrigen und gewiſſenhaften Lehrer verlor, der ſich auch durch die Biederkeit und Offenheit ſeines Charakters die Achtung ſeiner Amtsgenoſſen erworben hatte.

25. Durch Allerhöchſtes Reſcript vom 11. September, mitgetheilt durch Miniſterialbeſchluß vom 3. October, wurde der Gymnaſiallehrer Dr. Johann Friedrich Lotz zu Hanau in gleicher Eigenſchaft und mit Beibehaltung ſeines Gehaltes von 700 Thalern an das hieſige Gymnaſium allergnädigſt verſetzt und am 16. October von dem Director in ſeine Functionen bei demſelben eingeführt. Über ſeine früheren Lebensverhältniſſe hat der genannte Lehrer dem Berichterſtatter Folgendes mitgetheilt:

Dr. Johann Friedrich Lotz wurde am 10. November 1810 zu Hanau, wo ſein Vater, Jakob Lotz, noch als Kaufmann lebt, geboren. Vorbereitet auf dem dortigen Gymnaſium, bezog er die Univerſität Hei⸗ delberg, wo er ſich anfangs philologiſchen Studien widmete. Oſtern 1833 ging er jedoch zum Studium der Mathematik und der Naturwiſſenſchaften über, welches er von Oſtern 1835 an auf der Landesuniverſität Marburg fortſetzte. Im Juni 1837 beſtand er das Facultätsexamen und wurde im Herbſte desſelben Jahres an dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt als Practicant zugelaſſen. An derſelben Lehranſtalt wurde er im Sommer 1838 mit Verſehung der Lehrerſtelle für Mathematik und Naturwiſſenſchaften beauftragt, am 16. December 1841 zum Hülfslehrer und am 22. October 1846 zum ordentlichen Lehrer allergnädigſt er⸗