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Nach einem von dem erſten Sängerchore ausgeführten Trauergeſange, welchen der Geſanglehrer Henkel componirt hatte, hielt der Gymnaſiallehrer Hahn die Grabrede, in welcher er mit Beziehung auf den ſo ſchmerzlichen Verluſt auf die Tröſtungen der Religion, wie ſie aus der auf den Glauben an Gottes Gerech⸗ Weisheit und Liebe gegründeten Überzeugung von der Unſterblichkeit der Seele ſich nothwendig ergeben d auch der trefflichen Eigenſchaften des Hingeſchiedenen mit gebührendem Lobe gedachte; worauf von ſämmtlichen Schülern ein ebenfalls von dem Geſanglehrer Henkel componirter Trauergeſang ausgeführt wurde. Am 16. September wurde für die Seelenruhe des Verſtorbenen in der Gymnaſialkirche ein feierliches Requiem gehalten, welchem die katholiſchen Lehrer und Schüler ſowie die Angehörigen des Verſtorbenen beiwohnten. Er ruhe in Frieden!
20. Durch Allerhöchſtes Reſcript vom 28. Auguſt, mitgetheilt durch Miniſterialbeſchluß vom 11. Sep⸗ tember, wurde der Lehrer an der lateiniſchen Knabenſchule zu Fritzlar, Joſeph Schmittdiel, welcher bereits ſeit Oſtern 1854 eine ordentliche Lehrerſtelle an dem hieſigen Gymnaſium auftragsweiſe verſehen hatte, zum ordentlichen Lehrer an demſelben mit dem Jahresgehalte eines ſolchen letzter Claſſe von 500 Thalern, vom 1. September an, allergnädigſt beſtellt. Der neubeſtellte Lehrer hat dem Unterzeichneten über ſeine früheren Lebensverhältniſſe Folgendes mitgetheilt:
Joſeph Schmittdiel wurde am 10. Februar 1818 zu Neuſtadt in Oberheſſen geboren, beſuchte, nachdem er den vorbereitenden Unterricht in ſeiner Vaterſtadt erhalten hatte, das Gymnaſium zu Fulda von Michaelis 1831 bis Oſtern 1839 und widmete ſich daſelbſt, nachdem er von der genannten Anſtalt mit einem Zeugniſſe der Reife entlaſſen worden war, dem Studium der Theologie. Im November 1840 wurde er in das Clericalſeminar zu Fulda aufgenommen und im December 1842 zum Prieſter geweiht. Vom 1. Februar 1843 an verſah er interimiſtiſch die Stelle eines Lehrers an der lateiniſchen Schule zu Fritzlar und wurde, nachdem er die vorgeſchriebene Prüfung bei der Prüfungsdeputation zu Marburg beſtanden hatte, durch Aller⸗ höchſtes Reſcript vom 19. December 1844 zum Rector und Lehrer der gedachten Anſtalt ernannt. In dieſer Stellung verblieb er bis Oſtern 1854, wo er von Kurfürſtlichem Miniſterium mit Verſehung einer Lehrerſtelle an dem Gymnaſium zu Fulda beauftragt wurde. Durch Allerhöchſtes Reſcript vom 28. Auguſt 1856 wurde er zum ordentlichen Lehrer an demſelben Gymnaſium allergnädigſt beſtellt..
21. Am 21. September, dem letzten Sonntage des Sommerſemeſters, fand für die evangeliſchen Schüler des Gymnaſiums die gemeinſchaftliche Abendmahlsfeier ſtatt, an welcher, wie in den früheren Jahren, auch die ſämmtlichen evangeliſchen Lehrer der Anſtalt theilnahmen.
22. Am 22. und 23. September wurden in allen Claſſen die vorgeſchriebenen Herbſtprüfungen vor⸗ genommen. Dieſelben erſtreckten ſich für die Primaner auf griechiſche, lateiniſche und franzöſiſche Sprache, katholiſche und evangeliſche Religionslehre, Mathematik und Phyſik; für die Secundaner auf griechiſche und lateiniſche Sprache, katholiſche und evangeliſche Religionslehre, Geographie, Mathematik und Naturkunde; für die Obertertianer auf griechiſche, lateiniſche, deutſche und franzoͤſiſche Sprache, katholiſche Religionslehre, Geographie, Mathematik und Naturkunde; für die Untertertianer auf griechiſche, lateiniſche, deutſche und franzöſiſche Sprache, katholiſche Religionslehre, Geſchichte, Geographie, Mathematik und Naturkunde; für die Quartaner auf griechiſche, lateiniſche und deutſche Sprache, katholiſche Religionslehre, Geſchichte, Geo⸗ graphie, Arithmetik und Naturkunde; für die Quintaner auf lateiniſche und deutſche Sprache, evangeliſche Religionslehre, Geſchichte, Geographie, Arithmetik und Naturkunde; für die Sextaner auf lateiniſche und deutſche Sprache, evangeliſche Religionslehre, Geſchichte, Geographie, Arithmetik und Naturkunde. Überdies 11
tigkeit, müſſen, hinwies un


