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Gymnaſium mit dem Normalgehalte letzter Claſſe von 500 Thalern jährlich, vom 1. Juni an, proviſoriſch allergnädigſt beſtellt.
13. Am 22. Mai, dem Fronleichnamstage, fand in der Gymnaſialkirche die erſte h. Communion der erwähnten 8 katholiſchen Schüler ſtatt und gemeinſchaftlich mit denſelben empfingen auch die übrigen katho— liſchen Schüler ſowie die ſämmtlichen katholiſchen Lehrer des Gymnaſiums das heilige Abendmahl. Bei dem feierlichen Gottesdienſte, an welchem auch die Eltern und Angehörigen der Neucommunicanten ſowie viele Freunde der Anſtalt theilnahmen, wurde die Predigt von dem Gymnaſiallehrer Hahn gehalten und von dem Gymnaſiallehrer Schmittdiel der Taufbund mit den Schülern erneuert; bei dem Nachmittagsgottesdienſte aber die Predigt von dem Gymnaſiallehrer Donner gehalten. Den geiſtlichen Lehrern des Gymnaſiums wurde bei der feierlichen Handlung von dem Herrn Domcaplan Schell die freundlichſte Unterſtützung gewährt, für welche demſelben der Unterzeichnete hier nochmals den verbindlichſten Dank abſtattet.
14. Am 25. Mai folgten, wie in den früheren Jahren, die katholiſchen Lehrer und Schüler des Gymnaſiums der Fronleichnamsproceſſion.
15. Am 9. Juni und 11. Auguſt wurden, mit Ausſetzung des Nachmittagsunterrichtes, von den Lehrern und Schülern nach mehreren ſchönen Puncten der Umgegend gemeinſchaftliche Spaziergänge unter⸗ nommen, welche durch heitere Geſänge, Turnübungen und Jugendſpiele den Schülern ſehr angenehme Stunden bereiteten.
16. Vom 14. Juni bis zum 2. Juli war der Director, als Mitglied der Schulcommiſſion für Gymnaſialangelegenheiten, in Marburg anweſend, um bei Ausführung der von Kurfürſtlichem Miniſterium dieſer Commiſſion aufgetragenen Geſchäfte mitzuwirken.
17. Am 22. Juni wurden 13 von dem Gymnaſiallehrer Schmittdiel vorbereitete Schüler, nach— dem ſie in der Gymnaſialkirche die h. Sacramente der Buße und des Altares empfangen hatten, von ihren Religionslehrern zum h. Sacramente der Firmung geführt, welches von dem Hochwürdigſten Herrn Biſchofe in hieſiger Domkirche geſpendet wurde.
18. Am 20. Auguſt wurde das hohe Geburtsfeſt Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürſten in gewohnter Weiſe durch eine öffentliche Schulfeierlichkeit begangen, zu welcher der Prüfungsſaal und insbeſondere die ſeit dem verfloſſenen Jahre in demſelben aufgeſtellte Büſte Seiner Königlichen Hoheit mit Laubgewinden und Blumenkränzen feſtlich ausgeſchmückt worden war. Nach einem von dem erſten Sängerchore ausgeführten religiöſen Geſange ſprach der Director ein Gebet für das Heil des geliebten Landesfürſten, den erhabenen Beſchützer und huldvollen Beförderer der vaterländiſchen Bildungsanſtalten, und nach einem hierauf von dem zweiten Sängerchore ausgeführten religiöſen Geſange hielt der Gymnaſiallehrer Bormann die Feſtrede, welche die Erziehung der Jugend zur Vaterlandsliebe zum Gegenſtande hatte. Durch einen von dem zweiten Sängerchore ausgeführten vaterländiſchen Geſang wurde die Feſtfeier, welche ſich auch in dieſem Jahre wieder einer ſehr zahlreichen Theilnahme des Publicums erfreute, geſchloſſen.
19. Am 9. September verlor das Gymnaſium den Unterprimaner Johann Vogt, welcher nach faſt fünfmonatlichem Leiden im achtzehnten Lebensjahre an der Auszehrung verſchied, noch bis zu ſeinen letzten Tagen die Hoffnung bewahrend, daß Gott ſein Leben erhalten und ihn den geliebten Studien zurückgeben würde. Der Verſtorbene, welcher faſt ſieben und ein halbes Jahr das Gymnaſium beſucht hatte, berechtigte zu den beſten Hoffnungen und hatte ſich ſtets durch Fleiß und ein muſterhaftes Betragen die Zufriedenheit ſeiner Lehrer erworben. Am 12. September folgten Lehrer und Schüler des Gymnaſiums ſeiner Leiche.


