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macht. Im Allgemeinen schwebt ihm nämlich als Hauptnerv des Beweises die durchgängige Motivirtheit und Objectivirtheit aller Handlungen vor Augen; die weitere Entwickelung, insbesondere der von Seite 46 an stattfindende und unten gerügte Umschlag lassen dies auſfser Zweifel. Statt nun die Thatsache, daſs un- bedingt jeder Willensbethätigung ein Motiv zu Grunde liegt, zum Hintergrunde seines Gemäldes zu machen und darauf den Willen im Leben aufzutragen und denselben in der Unterwer- fung unter die Objecte oder im Kampf mit den Objecten zu beleuchten, schiebt er dieser durchgängigen Motivirtheit einen anderen Sinn unter, nimmt dem Willen seine Causalität und gibt sie an die äuſseren Umstände hin. Die von ihm ange- führten Beispiele machen dies klar.„Sobald wir,“ sagt er S. 15,„einer gegebenen Kraft Causalität zugestanden haben, also erkannt haben, daſs sie wirkt, so bedarf es bei etwaigem Widerstande nur der Verstärkung der Kraft, nach Malsgabe des Widerstandes, und sie wird ihre Wirkung vollenden. Wer mit 10 Dukaten nicht zu bestechen ist, aber wankt, wird es mit 100 sein u. s. f.“ Das ist kein Beispiel für die durchgängige Objectivirtheit des Willens, das ist ein Beispiel für eine Ansicht, nach welcher der Wille seine Causalität an die Objecte verloren, während die Motive ihre wahre Causalität erst im Willen em- pfangen und in ihm erst lebendig und wirksam werden, zu wel- cher Ansicht sich Schopenhauer weiter unten selbst bekennt. Unantastbar wäre das Beispiel, wenn es lautete: wenn der Mensch sich nicht bestechen läſst und selbst der beliebig ver- stärkten Versuchung siegreich entgegentritt, so geschieht dies immer nur auf Grund eines neuen Motivs. Aehnlich verhält es sich unter anderen mit einem zweiten Beispiel, das er S. 42 an- führt. Er vergleicht daselbst einen Menschen, der um 6 Uhr Abends nach beendeter Tagesarbeit einen Spaziergang machen, in den Club gehen, auf den Thurm steigen und die Sonne unter- gehen sehen, ins Theater gehen, diesen oder jenen Freund be- suchen, oder endlich zum Thor hinaus in die weite Welt laufen Kann, aber keins von alledem thut, sondern, wie gewöhnlich, zu seiner Frau nach Hause geht,— mit dem Wasser, das etwa spräche:„ich kann hohe Wellen schlagen(ja! nämlich im Meer und Sturm), ich kann reilsend hinabeilen(ja! nämlich im Bette des Stroms), ich kann schäumend und sprudelnd hinunterstürzen (ja! nämlich im Wasserfall), ich kann frei als Strahl in die Luft


