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beiden würde sich zu einer absoluten steigern, wenn wir, wie die übrigen Causalverhältnisse, auch dieses blos von aulsen kennten; so aber ergänzt hier eine Erkenntniſs ganz anderer Art, eine innere, die äuſsere, und der Vorgang, welcher nach eingetretener Ursache hier statt hat, ist uns intim bekannt: wir bezeichnen ihn durch einen terminus ad hoc: Willen.“ Bei den Handlungen der Menschen sind die Motive zwar oft von der realen Umgebung und von der Gegenwart unabhängig; ihr Ur- sprung aber ist immer objectiv und real. Daher würde man die Wirkung der Motive auf den Menschen mit gleicher Sicher- heit vorausberechnen können, wie die Wirkungen bei mechani- schen Verrichtungen, wenn man den individuellen Charakter des Menschen und die jedesmaligen äuſseren Umstände genau kennen würde.„Es ist durchaus weder Metapher noch Hyper- bel, sondern ganz trockene und buchstäbliche Wahrheit, daſs, so wenig eine Kugel auf dem Billard in Bewegung gerathen kann, ehe sie einen Stofs erhält, eben so wenig ein Mensch von seinem Stuhle aufstehen kann, ehe ein Motiv ihn weg zieht oder treibt; dann aber ist sein Aufstehen so nothwendig und unausbleiblich, wie das Rollen der Kugel nach dem Stoſs.“ Ein liberum arbitrium indifferentiae ist also ein Unding; sein Be- griff ist untrennbar von dem einer absoluten Zufälligkeit, wel- cher nicht einmal denkbar ist.
Mit dem Abschnitte S. 46 wird eine neue Basis für die Untersuchung der Frage gesucht. Was ist überhaupt eine Ursache? fragt Schopenhauer.„Die vorhergehende Verände- rung, welche die nachfolgende nothwendig macht.“ Die Ur- sache bringt aber ihre Wirkung nicht ganz und gar hervor, die Kraft der Veränderung liegt in dem Wesen, auf das sie wirkt. Diese Kraft ist keiner Causalität unterworfen, sie ist vielmehr das, was jeder Ursache erst die Causalität verleiht. Bei dem Menschen ist diese Kraft der Wille und seine individuell be- stimmte Beschaffenheit der Charakter. Der Charakter ist 1) in- dividuell, 2) empirisch. Die genaue Kenntniſs des eige- nen Charakters giebt dem Menschen den erworbenen Charakter, dem gemälfs er seine sonst naturalisirte Rolle kunstgemäls und methodisch spielt. 3) Der Charakter ist constant. Lob und Tadel treffen den Charakter, nicht die Motive. Darauf beruht die Möglichkeit des Gewissens, das sich stets gleich bleibt, be- ruht auch die Erfahrung, dafs der Mensch trotz der besten


