Aufsatz 
Über die Freiheit des menschlichen Willens : zur Beurtheilung der Schopenhauer'schen Lehre von der Willensfreiheit / von Karl Gaquoin
Entstehung
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nennt er Motive, in so fern sie eben die Reaction des Willens veranlassen. Das Selbstbewuſstsein sagt nur aus, daſs man kann, was man will; über das Verhältnils des Willens zu den äuſseren Anlässen kann es nichts aussagen, da diese vor das Erkennt- niſsvermögen, vor das Bewulstsein anderer Dinge gehören. Wünschen können wir conträr Entgegengesetztes, aber Wollen nur Eines, und dies erfahren wir a posteriori durch die That. Die Aussage des Selbstbewufstseins: ich kann thun, was ich will, deutet nur die subjective, hypothetische Möglichkeit an: wenn ich dies will, kann ich es thun. Wovon aber der Wille selbst abhängt, darüber kann das Selbstbewuſstsein nicht ent- scheiden, darüber entscheidet der Kopf.Der Kopf ist es, der die Frage aufgeworfen hat, und er auch muls sie beantworten. (S. 22, zweite Ausgabe.) Das Selbstbewulstsein ist nurein sehr beschränkter Theil unseres gesammten Bewuſstseins, wel- ches, in seinem Inneren dunkel, mit allen seinen objectiven Er- kenntniſskräften ganz nach aufsen gerichtet ist. Alle seine voll- kommen sicheren, d. h. a priori gewissen Erkenntnisse betreffen ja allein die Auſsenwelt...(S. 22.) Nur der rohe Verstand nennt die Fähigkeit, nach der man Entgegengesetztes thun kann, wenn man will, Freiheit des Willens. Das Selbstbewulst- sein kann also über die Frage nicht entscheiden, es findet keine Data der Freiheit in sich. Die Untersuchung gehört vor das Erkenntniſsvermögen, vor das Bewuſstsein anderer Dinge, wel- ches, wenn es ihm nachzuweisen gelingt, daſs die Motive den Willen nothwendig binden, uns damit die Gewiſsheit geben wird, daſs im unmittelbaren Selbstbewufſstsein Data für ein liberum arbitrium nicht nur nicht liegen, sondern nicht einmal liegen können..

Unter III haben wir es nunmehr mit dem Willen vor dem Bewulstsein anderer Dinge zu thun. Dieſs Bewuſstsein ist nach auſsen gerichtet und hat nicht mehr den Willen als solchen zu seinem Object, sondern vom Willen bewegte Wesen. Wir be- dienen uns jetzt nach Schopenhauer eines viel vollkomme- neren Organs, nämlich statt des dunkelen, dumpfen, einseitigen, directen Selbstbewulstseins des zum objectiven Auffassen aus- gerüsteten Verstandes.Als die allgemeinste und grundwesent- liche Form dieses Verstandes finden wir das Gesetz der Causa- lität a priori feststehend, wonach Veränderungen auf andere Veränderungen hin, mit anderen Worten: Wirkungen auf Ur-