nisses; die intellectuelle Freiheit, am Schlusse der Abhandlung erörtert, in der Abwesenheit geistiger Störung und dem Vor- handensein eines von Irrthum freien Bewuſstseins, und die mora- lische, nach welcher die Societät gefragt, in der Abwesenheit der Nothwendigkeit eines zureichenden Grundes. Sind dem- selben Individuum unter denselben äufseren Umständen zwei diametral entgegengesetzte Handlungen möglich? lautet die ent- scheidende Frage im Besonderen, oder in anderer Fassung: Führen die Motive der Handlungen, bei denen von einem ob- jectiven Zwang, wie bei physischen Gewalten, nicht die Rede sein kann, einen subjectiven Zwang mit sich? Schon im Voraus erscheint ihm das Prädicat frei mit dem Begriffe Willen nicht vereinbar.
Die Fassung der Preisfrage führt ihn sodann zur Frage nach dem Wesen des Selbstbewulstseins, und hier kommt er zu der für seine Untersuchung verhängniſsvollen Scheidung des Bewulstseins in das Selbstbewufstsein und das Bewulstsein an- derer Dinge. Das Selbstbewulstsein ist das Bewuſstsein des eigenen Selbst, das sich lediglich bewuſst ist als eines wollen- den, Das bei Kant transcendentale Ding an sich, das sich unserer Erkenntnils nie offenbart, ist bei Scho penhau er dem Menschen sehr bekannt. Es ist der Wille, der unmittelbar Subject und(eine andere Auffassung lälst seine Darstellung hier nicht zu) Object des Selbstbewulstseins ist. Für den Willen als solchen existiren die Formen der Anschauung, des Raumes, der Zeit und der Causalität nicht; sie sind für die objective Er- scheinungswelt vorhanden, sie dienen dem Bewuſstsein anderer Dinge, dem Erkenntniſsvermögen.
Um nun zu ermitteln, ob das Selbstbewuſstsein in seinem „alleinigen Stoff,“ dem Willen, Data findet, aus denen die Frei- heit des Willens hervorgeht, betrachtet er unter II den Willen vor dem Selbstbewufstsein. Das ganze Wesen des Willens be- steht ihm in der Reaction auf Anlässe von Seiten der Objecte, die das Bewuſstsein anderer Dinge gibt, und diese Objecte
penhauer geltend gemachten idealistischen Gründe können ihm p„trotz ihres scheinbar mächtigen speculativen Gewichtes diese einfachen Zeugnisse unseres Bewuſstseins für die Willensfreiheit nicht erschüttern.“


