Aufsatz 
Über die Freiheit des menschlichen Willens : zur Beurtheilung der Schopenhauer'schen Lehre von der Willensfreiheit / von Karl Gaquoin
Entstehung
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nächst mit dem der Freiheit. Der Begriff ist ihm ein negativer und hat drei Unterarten, die physische, intellectuelle und moralische

Wille die Idee, nach Schopenhauer's eigenen Worten,in seiner ichten und ursprünglichen von Plato ihm ertheilten Bedeutung.Schopenhauer's Princip, der Wille zum Leben, ist ein Metapher.(S. 113.) Sodann irrt Schopenhauer, wenn er den Willen als Ding an sich als nicht causal faſst. Wenn die platonische Idee der unmittelbare und adaequate Ausdruck des Willens zum Leben ist, so ist sie wenigstens immer als causal gedacht, da sie sich den Dingen mittheilt. Ferner sind die platonischen Ideen unterschieden, wie die Geschlechter oder Arten der Dinge. Wenn sie nun die adaequate Ob- jectität des Willens heiſsen, so folgt, dafs der Wille sie unterschieden will; und mögen sie selbst nur seiend, nur wie ein stehendes Jetzt gedacht werden, der Wille ist der Grund der unterschiedenen ewigen Bilder; er ist causal in der Differenz. Daſs zwischen den Willen zum Leben als das Ding an sich und die bewegliche, vergängliche Vielheit der Individuen die Objectität zwischen- geschoben wird, enthebt den Willen den Beziehungen zu Raum und Zeit nicht, die dann entstehen, wenn die ewigen Musterbilder formen.(S. 116.)Hier- nach zeigt sich trotz Schopenhauer's Behauptung an seinen eigenen Gedan- ken, daſs der Wille, der sich objectivirt, Causalität und Vernunft zumal ist, und die Objectität des Willens, die jede Beziehung desselben auf Raum und Zeit und Causalität ausschlieſlsen und der Vorstellung zuweisen soll, ist eine nichts erklärende Metapher, von dem in anscheinender Ruhe gegebenen Gegenstande des Gesichtes hergenommen.(S. 118.) Ebenso ist man versucht, Schopen- hauer's Begriff vom Gewissen,welches nur die aus der eigenen Handlungs- weise entstehende und immer intimer werdende, uns selbst überraschende Be- kanntschaft unseres im blinden Drang des vorzeitlichen Willens gesetzten Selbst ist, ein solches Gewissen, welches darum nicht eigenthümlich menschlichen Ursprunges ist, weil z. B. jede Thierart, aus dem blinden Willen zu ihrem Dasein entsprungen, einen ähnlichen Gegenstand des Gewissens haben mülste, wenn in ihr nur der cerebrale Intellect so weit reichte, eine Metapher zu nennen.(S. 119.) Was die von Schopenhauer behauptete alleinige Mög- lichkeit den Intellect zu berichtigen betrifft, im Gegensatz zur Möglichkeit den Willen zu bessern, so stärkt er doch selbst, indem er andererseits das Mitleid in die Sitte einzuführen sucht,in diesem Streben eine moralische Triebfeder und berichtigt nicht blos die Vorstellungen des Intellectes. Nachdem sich Trendelenburg noch gegen das Mitleid als alleinigen Ursprung alles Guten, sowie gegen dié Verneinung des Willens als erlösenden Rückgang in das blinde inhaltslose Eine ausgesprochen, beantwortet er die Frage, warum Schopen- hauervon seinem Princip her auf psychologische Erscheinungen nicht selten ein überraschendes Licht wirft.Der Wille zum Leben, seitlich genommen, mit den Vorstellungen und in den Vorstellungen thätig, kommt dem Triebe der Selbsterhaltung gleich, welchen die Stoiker und Spinoza für den Grund- trieb der Seele ansahen, und welcher der Mittelpunkt eines das Uebrige nach sich ziehenden Zweckes ist, und hat als solcher groſse Bedeutung. Indem