Aufsatz 
Über die Freiheit des menschlichen Willens : zur Beurtheilung der Schopenhauer'schen Lehre von der Willensfreiheit / von Karl Gaquoin
Entstehung
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lungüber die Freiheit des menschlichen Willens war die Ant- wort auf die von der Königl. Norwegischen Societät der Wissen- schaften zu Drontheim gestellte Preisfrage: num liberum ho- minum arbitrium e sui ipsius conscientia demonstrari potest? Sie erhielt von der genannten Societät am 26. Januar 1839 den Preis, während die zweite Abhandlung:über das Fundament der Moral, die Antwort auf eine von der Königl. Dänischen Societät der Wissenschaften zu Kopenhagen, von derselben des Preises für nicht würdig erkannt wurde. Wir führen zunächst die Resultate dieser Schrift in kurzen Zügen vor*).

Schopenhauer beginnt mit einer Analyse der bei der Unter- suchung in Anwendung kommenden hauptsächlichsten Begriffe, zu-

*) Schopenhauer beklagt sich in der Vorrede zur zweiten Auflage S. XLIV darüber, daſsunsere deutschen Philosophieprofessoren den Inhalt der vorliegenden ethischen Preisschriften keiner Berücksichtigung, geschweige Be- herzigung, werth gehalten haben. Es sind mittlerweile theils mehr, theils weniger ausführliche Kritiken erschienen, deren Resultate ich hier, so weit mir die betreffenden Schriften bekannt sind, und so weit sie nicht in der nachfol- genden Untersuchung Berücksichtigung finden, in Kürze aufführen will.

Trendelenburg giebt in der zweiten Ausgabe seiner logischen Unter- suchungen, Abschnitt X:der Zweck und der Wille eine sehr zutreffende Kritik der Schopenhauer'schen Willens- und Freiheitslehre im allgemeinen, deren Resultate ich hier kurz zusammenstelle.Schopenhauer(S. 108) steht auf Kant, aber wo er an Kant anknüpft, biegt er ihn, und zwar den transcendentalen Idealismus in die Lehre von der Maja, in welcher er die Erscheinung zum blofſsen Scheine herabsetzt; die intelligibele Freiheit biegt er, indem er das Wesen und die Handlungen des Menschen in die Hand eines unbekannten blinden(welshalb die Freiheit mit Unrecht von ihm eine intelli- gibele genannt wird) Willens zum Leben überliefert, und weiter, indem er sie im Gegensatz zu Kant allen Dingen zum Grunde legt(S. 109). Er subsumirt den Begriff Kraft unter den Begriff des Willens, ohne den artbildenden Unter- schied für den Begriff der Kraft anzugeben.Die vermeintliche Zurückführung ist nur eine Analogie, aber die Analogie mufs trügen, weil sie das fallen lüſst, was das Wesen unseres Willens ausmacht; sie nimmt den Willen nicht speci- fisch und daher nicht mehr als Willen, aber in der Anwendung auf die Welt der Kräfte schiebt sie stillschweigend ein Analogon unseres Willens, des Willens in der specifischen Bedeutung, des aus Grund und Zweck bestimm- baren Willens unter, wie z. B. bei der Erklürung der Teleologie in der Natur. Wir hantiren, wenn wir Schopenhauer lesen, von selbst mit dem Willen, wie wir ihn kennen, aber wir sollten ihn nur nehmen, wie wir ihn nicht kennen. In dieser Amphibolie liegt das z τ% dog. Und doch oill der