Aufsatz 
Studierende aus Alsfeld vor 1700 / von Karl Dotter
Entstehung
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Studierende aus Alsfeld vor 1700. 3

dierenden einer Stadt einen Rückſchluß auf die Bildungs- möglichkeit, das Bildungsbedürfnis und nicht in letzter Linie auf den Wohlſtand ihrer Bürger zuläßt. Umgekehrt darf man auch mit Recht behaupten, daß ſich Bildung und Kultur um ſo mehr ausbreiteten, je mehr Studierende nach vollendetem Studium in die Vaterstadt zurückkehrten und dieſer oder dem engeren Heimatlande als Beamte, Lehrer, Geilſtliche, Juriften, Mediziner ufw. dienten).

Man hat deshalb bereits an einzelnen Orten begonnen, aus den veröffentlichten Matrikeln deutſcher und außer- deutſcher Univerſitäten die Landsleute herauszuziehen). Ein genaues Bild können derartige Aufzeichnungen natürlich nicht geben, denn einerfeits liegen nicht alle Matrikeln in veröffentlichter Form vor; viele dagegen ſind verſchollen oder verloren; andererſeits aber ließen ſich viele Studenten, trotz der ſchärfften Befehle überhaupt nicht immatrikulieren).

In der vorliegenden Arbeit ſind alle Matrikeln, ſoweit ſie veröffentlicht lind und erreichbar waren, herangezogen worden, andere, wie die der Univerſitäten Wien(1365), Würzburg(1403, neugegründet 1582), Löwen(1426), Balel (1460), Trier(1473), Mainz(1477) und Jena(1558) ſind teils unveröffentlicht, teils verſchollen. Die Matrikeln der Univerſitäten Roftock(1419), Greifswald(1456), Freiburg (1460), Herborn(1584), Ingolſtadt(1472) und Caflel(1633 bis 1653) ſind zwar veröffentlicht), gewähren aber keinen Stoff für die vorliegende Arbeit.

Der Eintrag in die Matrikel geſchah gewöhnlich durch den Rektor oder einen Schreiber. Schriftliche Unterlagen

¹) Vergleiche dazu die Einleitung zu der Matrikel der Univerlität Frank- furt a. O. von Friedländer.

) Eck, Studierende aus Wimpfen bis 1650. Feſtfchrift zur Feier des 25 jährigen Beftehens der Großh. Realſchule zu Wimpfen a. N. 1897.

Dr. Victor Hantzſch; Dresdener auf Univerlitäten vom 14. bis 17. Jahr- hundert. Dresden 1906..

³) So erſcheint z. B. in der Darmftädter Kaftenrechnung von 1583 Johannes Lippius, ein armer Student von Alssfeldt, der aber in keiner Matrikel zu finden ifſt. Vgl. Beiträge zur Helliſchen Kirchengelchichte I. 3. S. 294.

*) Die Matrikel der Univerfität Roftock, herausgegeben von A. Hof- meifter. Band I.IV. 1419 1789. Roftock 1889 1904.

Altere Univerfitäts-Matrikeln; II. Univerſität Greifswald, heraus- gegeben von E. Friedländer. Band I.II: 1456 1700. Leipzig 1893 bis 1894(Publikationen aus den K. Preußilchen Staatsarchiven. Band 52, 57.)

Dr. Herm. Mayer, die Matrikel der Univerſität Freiburg von 1460 1656. Freiburg 1907.

Matricula ſtudiolorum ſcholae Herbornenlis(1584 1726) Ent- halten in: Antonius von der Linde, Die Naffauer Drucke der Königlichen Landesbibliothek in Wiesbaden. Wiesbaden 1882. S. 340 496.

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